Es wird, es wird

Wusstest du, dass es sich besser mit einem Dach über dem Kopf schläft? Vermutlich schon, wir wussten es ja auch. Zumindest dieses Problem ist aber ohnhin gelöst und wir dürfen uns auf 380 Quadratmeter Wohnfläche ausbreiten. Böse Zungen behaupten, da wäre die Terasse mit einberechnet, aber ehrlich gesagt finde ich, dass fällt auch schon nicht mehr ins Gewicht. Wie richtet man aber so viel Wohnraum ein? Richtig – mit Ikea und second hand, so wie diese schöne Ledercouch…

Obwohl ich es mir immer anders gedacht hätte: Amerika ist zwar das Land der riesigen Supermärkte, aber der Ikea ist so ziemlich das einzige, was an unsere Vorstellung von Möbelhaus herankommt. Denn anscheinend kauft man hier in einem der vielen kleinen Läden ein, oder lässt sich die Möbel gar machen. Mir hat aber die Auswahl gefehlt und vor allem – ich gebe es zu – der moderne Stil. Man liebt hier Landhaus und “gediegen”, sag ich mal.

Ich möchte an dieser Stelle noch Julia danken, die mir in Österreich die Kästen abgebaut hat. Ich baue hier im Gegenzug wieder so einiges auf. Willkommen Bjursta, Stefan, Kivik und unzählige Kleinigkeiten.

Das rechte wurde übrigens ein Hochbett. Heute gibt es außerdem ein Gewinnspiel: Wer errät wie viele Türen unser Haus hat, gewinnt ein dreigängiges Abendessen bei uns im Alcanza Drive. Flug nicht inbegriffen. Unterkunft schon. Hinterlasse deine Schätzung in den Kommentaren. Abgabeschluss ist der 30. Mai 2019.

Nasse Angelegenheit

Heute haben wir einen schönen Familientag verbracht. Es ging in der Früh nach Barton Springs. Wer das Thermalbad Bad Fischau mag, wird hier glücklich. Barton Springs wird von vier unterirdischen  Quellen gespeist, welche die Wassertemperatur zwischen 68 – 70 Grad Fahrenheit (ca 20 – 21 Grad Celsius) halten. Es leuchtet in allen möglichen Grüntönen, wirklich schön und sehr erfrischend. Die Architektur ist eher nüchtern, denn eigentlich handelt es sich nur um einen langen aufgestauten Fluss. Gleich nach dem Damm stromabwärts befindet sich der freie Bereich wo auch Hunde hindürfen. Und auch diese haben die texanische Mentalität. Alle schön entspannt und freundlich. Hier habe ich ein paar Bilder für euch:

Der Bereich um Barton Springs ist auch die Heimat von zwei gefährdeten Molch-Arten. Über sie gibt es eine kleine, feine interaktive Ausstellung im oberen Bereich des Schwimmbads.

Nach ein paar Stunden planschen ging es weiter in die Downtown von Austin. Zuerst mussten wir ein paar Informationen sammeln, was in der näheren und größeren Entfernung der Stadt an Interessantem zu entdecken ist. Dazu eignet sich natürlich die Touristen Info. Mit reichlich Katalogen und Flyern bepackt ging es zuerst zu einem späten Mittag-Essen (mjam, Kava) und danach ins „Museum of the weird“.

Der Name ist Programm. Mumien, Schrumpfköpfe, eine Art Yeti in Eis, und allerhand grausliche und kuriose Geschichten und Artefakte sind nichts für Zartbesaitete. Heißt, den Kindern hat´s getaugt, mir hat´s gegraust. Höhepunkt war die Live-Show von Dan, der sich nicht nur einen Nagel in die Nase hämmert, sondern auch mit seinen Augenlidern eine Musikdose aufhebt sowie einen Modellierluftballon durch Nase und Mund zieht und daraus einen Pudel bastelt. Hier gibt es einen link zum Video von Dan.

Kurz ging es noch zurück nach Hause, und weil es so schön warm war, haben wir uns in unser Community pool geschmissen. Johannas cheer-training zeigt schon Früchte, und Nicholas machte einen Salto nach dem anderen. Der einzige, der leiden musste, war „Sprungturm“ Oliver. Ganz zum Abschluss dieses Tages ging es noch zu der Kapsch, Olivers Arbeitsgeber. Dort gibt es nämlich im Gegensatz zu Zuhause Duschen mit warmem Wasser!

Ein Haus ohne Gas und Internet

Meine Lieben, nur ein ganz kurzer Eintrag. Ich sitze im nähesten Starbucks mit WLAN und schreibe um euch zu sagen, dass wir bereits zwei Nächte im neuen Haus geschlafen haben, yippeah! Und sogar auf Matratzen, yeah.

Hier gibt es den link zu den ersten Fotos. Es tut mir leid, dass ich die anderen Berichte nicht in der chronologisch richtigen Reihenfolge hochladen kann, aber ich reiche diese Artikel später nach.

Und jetzt düse ich schon wieder weiter. Ich muss noch Sachen kaufen, die man mit Hilfe der Mikrowelle in ein nahrhaftes, schmackhaftes Mahl verwandeln kann. Denn natürlich läuft auch mit den Services nicht alles so, wie es soll. Liebe Grüße!

Die Schule beginnt – und das Nachmittagsprogramm

Heute war es soweit. Der erste Schultag in den neuen Schulen, in einer neuen Stadt in einem neuen Land. Johannas Schule beginnt um 7:40 Uhr, Nicholas um 8:20. Und die Schulen hören um 15:00 resp. 15:40 wieder auf. Dazwischen gibt es Spiel, Sport und Spaß. Naja, nicht ganz.
Johannas Schule ist ziemlich ähnlich organisiert wie unsere Volksschulen. Jeden Tag gibt es mehr oder weniger alle Fächer mit einer Hauptlehrerin. Spezialfächer wie Turnen, Kunst und Musik werden von eigenen Lehrern ein- bis zweimal pro Woche unterrichtet. Zum Glück hat meine kleine Maus keine Schwierigkeiten damit, sich sozial einzufinden. Bereits am ersten Tag – der schon bis 15 Uhr dauert – hat sie Kontakt geknüpft. Und ihre Lehrerin mag sie auch


Nicholas´ System ist ganz anders. Er muss in jeder Stunde in einen anderen Raum mit anderen Kindern gehen. Jeden Tag gibt es alle acht Fächer, eine Mischung aus Plicht- und Wahlfächern. Dadurch, dass es in diesem Sinne keine „Klasse“ gibt, gibt es auch keine Klassengemeinschaft. Aber ein paar Kinder sieht man ja doch immer wieder in den gleichen Kursen, mal schauen was die Zeit bringt.
Witzig finde ich, dass Kinder in der Cafeteria sowohl Frühstück als auch Mittagessen kaufen können (Als Menü, nicht im Sinne von Snack wie Wurstsemmel). Und es gibt kein Mitteilungsheft, sondern jeder Lehrer hat eine webseite wo alles Wichtige draufsteht. Über das Portal der Schulen kann ich mir auch die Noten meiner Kids anschauen und ihre Cafeteria-Karte aufladen. Ganz schön modern.

Am Nachmittag sind wir noch zu einer Turnhalle gefahren, wo sowohl Nicholas als auch Johanna turnen (tumbling, cheering, gymnastics,…) können. Zum Glück waren gerade an diesem Tag Gratis-Schnupperstunden für tumbling (Nici) und cheer (Johanna).


Die Halle ist riesig, wie eine Lagehalle, und alles voll mit Matten, Geräten (Reck, Balken, Barren, etc..) Trampolinen, Freifläche… und mittendrin locker fünf Kurse mit je zehn Kindern! Das reinste Wimmelbilderbuch! Dass da nichts passiert, wundert mich. Als erstes war Nici dran. Er hat ja in Österreich freemotion gemacht, und kann schon einige coole Sachen. Also auf ins Getümmel. Und ab der ersten Minute war Johanna und mir als Zuschauer klar: Das wird nix. Nicholas und dieses tumbling finden nicht zusammen. Sechs oder sieben jüngere Mädchen und er in der Mitte, und dann mal Dehnen und Brücke, Spagat, Bogengang vorwärts und rückwärts wer kann, Rolle, Springen… Nicis Gesicht sprach Bände. In dieser Tour ging es weiter. Johanna hätte ihre Freude gehabt. Mit diversen großen Hilfsmitteln (Matten und Rollen) Bogen und Flick-Flack üben, Spagat, etc…. Nicholas hat eher wehmütig ein paar Buben auf dem großen Trampolin zugeschaut und zwischendurch ein bisschen was von seinen moves geübt. Aber egal, er hat die Stunde überstanden und kam zu uns auf den Besucherbalkon. „Mama, du sollst runterkommen, eine Trainerin will mit dir reden.“ Und was für eine Überraschung: Die Trainerin hat ihn (und uns) gefragt, ob er nicht bei der Leistungsgruppe Gymnastik mitmachen will! In diese Gruppe darf man nur mit Einladung, welche die Trainerin hiermit ausgesprochen hat, und sie trifft sich zweimal pro Woche für eineinhalb Stunden. Und er mag! Wird aus meinem Springinkerl noch ein Turner??

Aber jetzt war mal Johanna dran. Ihre gewählte Klasse: „Cheer basics“. Sie durfte alles, was ihr Herz begehrt! Am großen Trampolin hüpfen, am langen Trampolin Abfolgen machen, Spagat, Bogengang, volles Programm. Und zum Schluß kam:  „Mama, das war einer der lustigsten Tage in meinem GANZEN LEBEN!“ Ich hoffe, der erste Schultag eurer Kinder war auch so erfolgreich.

Spritzige Tatsachen

Johanna und Nicholas würden sagen, es war ein furchtbarer Tag mit einem schönen Ende. Unsere letzten zwei Tage waren bereits voll mit Kilometer um Kilometer sinnlos fahren für die notwendigen Impfungen. Heute war endlich so weit. Wie uns die Dame gestern am Telefon erklärt hat, war heute tatsächlich ein „Event“ im ComuniCare Health Center. In Amerika sind ziemlich viele Impfungen notwendig um zur Schule zugelassen zu werden, es herrscht Impfpflicht. Und in Österreich war ich jetzt nicht sooo der Fan der vielen Impfungen, darum mussten meine zwei Mausebärlis einiges nach- und mitmachen. Nicholas hat vier Impfungen ausgefasst, Johanna sogar sechs. Dafür hat hier noch niemand je von FSME gehört…

Nachdem die Impfungen heute kostenlos verpasst wurden, waren wir schon 90 Minuten vor dem offiziellen Start vor Ort. Und das war gut so. Die Schlange war um diese Uhrzeit noch nicht sehr lang, und wir mussten nur ca. 90 Minuten warten, bis wir ins Gebäude kamen. Dort dauerte es alles in allem – Formulare ausfüllen, Arztgespräch, weiter warten – noch mal ca. eine Stunde bis wir tatsächlich dran waren. Nicholas hat die ersten beiden Spritzen nicht mal bemerkt, was ich sehr lustig fand. Die nächsten zwei dafür schon. Johanna hatte leider Pech. Schon die erste Spritze war schmerzhaft und von da an ging es nur bergab, mein armer Schatz. Nach knapp drei Stunden waren wir fertig. Und das Ganze hat noch dazu nicht mal einen Dollar gekostet! Wenn man bedenkt, dass wir privat alleine nur für Johannas Impfungen locker 500 Dollar hinlegen hätten müssen. Der Rest des Tages ging ziemlich schaumgebremst über die Bühne, am Nachmittag haben wir uns dann ein wenig im Gemeinschaftspool abgekühlt.

Zum Abschluss des Tages sind wir ins Kino gegangen und haben uns „Dora and the lost City of Gold“ angeschaut. Meine Güte, der war lustig! Innerhalb der ersten fünf Minuten habe ich bereits mehr gelacht als in der ganzen vergangenen Woche! Wer öfter mit seinen Kindern „Dora“ im Fernsehen gesehen hat und auf eine kleine Zeitreise gehen möchte – diesen Film empfehle ich aus ganzem Herzen.
Kurz vor dem Film hatten wir noch ein lustiges Erlebnis. Im Kino-Foyer war ein kleiner Informationstisch aufgestellt und die Dame dahinter hat uns angesprochen. Sie arbeitet für eine Hotelkette, und ob wir nicht eine Tour durch das neueste Hotel der Gruppe, direkt in Austin, haben möchten. Dafür müssten wir nur 65 Dollar zahlen und bekämen als Gegenleistung drei Tage und zwei Nächte in einem beliebigen Hotel dieser Kette. Also Tour plus 65  Dollar ist gleich zwei Übernachtungen für uns vier. Eigentlich kein schlechtes Geschäft, nur brauchen wir dafür unseren Pass. Leider liegt der im Hotel. Macht nichts, die Dame ruft ihren Supervisor an und erzählt ihm wir hätten unsere Pässe in Australien gelassen (jaja, Austria – Australia…). Das Angebot gilt nämlich nur für Touristen ohne Visum. Jetzt frage ich mich nur – wie hat die geglaubt sind wir ohne Pass nach Amerika gekommen? Und auf welche Touristen wartet die bitte in einem kleinen Vorstadtkino von Austin?

Haus: check

Wir wurden akzeptiert! Das heißt, wir dürfen nach Entrichten einer saftigen Kaution (weil wir keine credit history haben) und ziemlich viel Papierkram vermutlich am 1. September in das Riesenhaus einziehen. Damit hat sich auch das größte Problem erledigt – die Schulen für die Kinder. Nachdem wir definitiv eine Adresse haben (werden), können wir bei den Schulen vorstellig werden und den Anmeldeprozess starten.

Leider ist das ziemlich umfangreich. Wir brauchen nicht nur einen Mietvertrag, sondern auch eine ganze Latte an Impfungen. Also verbringen wir den Rest des Tages damit, von einer Klinik zur nächsten zu fahren. Überall verlassen wir uns auf „word of mouth“ dass die nächste Klinik die richtige ist, um geimpft zu werden. Hier gibt es einige „Walk in“ Kliniken, die ohne Termin impfen, aber leider ist keine zu der wir geschickt werden, so eine. Den Durchbruch bringt dann das Telefonat mit einer Dame von der Gesundheitsvorsorge. Sie sagt uns etwas zögerlich, dass morgen ein Impf-Event in einer Klinik im Norden der Stadt stattfinden wird wo wir hingehen können. Und damit ist das Impfthema für heute erledigt.

Wir sind da!

Unser erster „richtiger“ Tag in Austin. Die Kinder verlaufen sich mal eine Stunde im Appartementhaus auf der Suche nach dem Pool. Luftlinie sind es von unserem Balkon 2 Meter geradeaus, 3 Meter runter. Schlussendlich haben sie es aber doch gefunden.

Mit diesem Appartement haben wir einen Glücksgriff gemacht. Es liegt sehr zentral zwischen Olivers Arbeit und unserem hoffentlich zukünftigen Wohngebiet. Außerdem gibt es ein Kino und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, obwohl wir dafür das Auto brauchen.

Heute haben wir auch ein Haus angeschaut, für das wir uns schon vergangenen Freitag (aus Österreich, ohne es gesehen zu haben) beworben haben. Es ist nicht ganz das Traumhaus, aber mittlerweile bin ich schon so entnervt, dass wir es nehmen werden, wenn uns die Besitzer akzeptieren.
Oliver hat gezählte 45 Häuser besichtigt. Viele kamen wegen der Lage oder des Zustandes nicht in Frage, oder weil die zugeteilten Schulen schlecht bewertet waren. Und bei den wenigen, die dann von diesen Parametern her gepasst hätten, gab es andere Probleme. Ein paar waren eigentlich gar nicht zu haben. Und die meisten haben uns abgelehnt, weil wir keine credit history in Amerika haben.
Das besagte Haus ist riesig, 380 Quadratmeter Wohnfläche (das Putzen! Das Möblieren! Das Kühlen!). Drei Bäder, vier Klos, fünf Schlafzimmer, Büro, Esszimmer, Wohnzimmer, Küche. Doch Terassen und Garten sind schön, das Grundstück geht hinten gleich auf einen Grüngürtel hinaus. Bis zur nächsten Möglichkeit zum Einkaufen und Kaffeetrinken muss ich dafür zehn Minuten Auto fahren. Die ganze Siedlung liegt abseits des Randes von Austin, weit weg von allem. Obwohl, Johanna kann zu Fuß zur Schule gehen, immerhin. Wahrscheinlich muss ich mich erst an die Entfernungen gewöhnen, aber ich hätte mich schon über ein kleineres Haus mit ein bisschen mehr Abwechslung in der Nähe gefreut. Sorry für´s raunzen. Mal schauen wie es dann wird, wenn wir wirklich drin wohnen.

Wenn einer eine Reise tut

Meine Güte, war dieser Tag anstrengend. Um halb acht Uhr morgens hat uns das Flughafen-Taxi geholt.

Wenn einer eine Reise tut

Wir, schwer bepackt mit 5 Koffern, 4 Trolleys und jeder noch einem Rucksack. Oliver hat bis um halb zwei in der Früh noch die Koffer gepackt, um eine optimale Gewichtsverteilung zu garantieren, ich habe versucht, die Küche und alle Räume in Ordnung zu bringen. Unsere lieben Nachbewohner (Bussi, M&M!) sollen es halbwegs ordentlich haben wenn sie einziehen. Und was soll ich sagen – wir haben den Aufwand für den Umzug total unterschätzt. Ich habe die letzte Nacht auf der Terrasse geschlafen, Oliver im Keller. Alles andere im Haus war belegt mit Sachen. Hauptsächlich Gewand das mitgehört.

Da war´s schon schön!!

Um halb fünf bin ich wieder aufgestanden um den letzten Rest der herumliegenden Sachen in Kisten zu verpacken und das Haus einmal durchzusaugen. Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Chaos bei einer Übersiedlung entsteht! (und so viel Lurch, aber klar, bei dauernd Türen auf und jeder kommt mit Schuhen rein…) Egal.

Der Flug war dank erstklassiger Betreuung mit super Stewardess (Danke, Sonja!) ein Vergnügen. Die Einreise in Washington dank korrekter Papiere und eines Officers der offensichtlich weder plaudern noch mehr als nötig arbeiten wollte ein kurzer Prozess. Weiterflug nach Austin – kein Problem. Mittlerweile war es in Austin-Zeit acht Uhr abends, und wir seit fast 19 Stunden unterwegs. Um knapp 22 Uhr Austin-Zeit hatten wir endlich unser Appartement in diesem Irrweg von Gängen gefunden und fielen nur noch ins Bett. Nicht, ohne dass noch ein Security Officer angeklopft hat. Der Nachbar unter uns hat sich beschwert, es höre sich an, als ob Kinder herum hüpfen. Ich kann nur sagen: unsere waren es sicher nicht!

To pack or not to pack

Heute sind die Siedler gekommen. Die packen alles ein und zack, weg. Doch das ist ja nur das Ende eines Prozesses. Ich habe mir vorher einige Gedanken gemacht, was mit darf und was nicht. Ich habe gerne viel Luft und Freiheit um mich herum, und weniger Zeugs. Und so ein Umzug ist dann natürlich der ideale Grund, um mal wieder durchzuschauen, was sich über die Jahre so angesammelt hat. Zum Glück war ich da bei meinen Sachen schnell durch. Ein wenig Gewand ausgemustert, ein wenig Büromaterial und Papier (ich LIEBE Papier…), ein paar Küchen-Utensilien. Doch ich habe ja auch noch zwei Kinder, um die ich mich kümmern will. Für meinen Geschmack sind die noch ein wenig zu jung, um wirklich ganz alleine für ihren Kram verantwortlich zu sein. Jeder der zwei durfte eine Kiste für den Umzug packen, da habe ich nicht dreingeredet. Doch beim Koffer packen und ausmisten war ich schon zur Seite. Ich bin total stolz auf die zwei. Mit Hilfe hat jeder der beiden sich von so einigen Dingen getrennt. Kaputtes Spielzeug, gebrauchte Taschentücher, mit Blut, Schweiß und Tränen Selbstgebasteltes.

Ich bin ja schon zweimal übers Mittelmeer gesiedelt, aber mit zwei relativ großen Kindern noch nie. Und ich habe ein schlechtes Gedächtnis. Das ist bei Hochzeitstagen, Geburtstagen und bösen Taten zwar hilfreich, aber im Zuge des Übersiedelns eher kontraproduktiv. Warum kann ich mir nicht merken, wie das geht? Jedes Mal scheine ich von vorne zu beginnen was das Übersiedeln angeht… Also, drei Stapel bilden. Was darf mit nach Amerika, was darf endgültig entsorgt werden und was soll für zwei Jahre eingebunkert werden? (Danke Mama, Papa). Die Stapel für Amerika müssen dann nochmal in „brauchen wir sofort = Koffer“  und „brauchen wir generell = Container“ geteilt. Genauso wie der Stapel „Entsorgt“ in „Wegschmeißen“ „Verkaufen“ und „Flohmarkt schenken“ unterteilt gehört. Irgendwann nach der geschätzten 10 tausendsten Einzelentscheidung habe ich kapituliert. Wir haben einfach zu viel Zeugs. Bis Mittwoch haben wir schön alles für Amerika zusammengesucht. Das kam alles in einen Container. Die netten Herren haben auch noch unsere zerlegten Betten und Kästen zu meinen Eltern geführt. Nachdem die Übersiedler da waren haben wir noch ein wenig ausgemistet und weggeschmissen. Am Samstag kamen zwei vom Sozialkaufhaus und haben gute, aber nicht mehr von uns gebrauchte Sachen mitgenommen. Was dann noch im Haus war, habe ich einfach nur noch in Kisten geschmissen und in das Haus meiner Eltern geführt.
Man sollte glauben, was man für zwei Jahre nicht braucht, braucht man überhaupt nicht mehr. Ich bin gespannt, was wir mit den ganzen Sachen machen, wenn wir wieder zurückkommen? Dürfen die eins zu eins wieder mit uns einziehen?

Wie alles begann

Wir ziehen in nicht mal drei Wochen für zwei Jahre nach Amerika. Noch haben wir zwar keine Visa, kein Haus in den Staaten und damit auch keine Schule für die Kinder, keine Steuernummer, kein Konto, kein…. Ach, was soll´s. Wir haben Flugtickets für den 12. August, und heute ist der 25. Juli.

Oliver als Spezialist für End-to-End-Tests ist der Haupt-Verantwortliche für den ganzen Aufwand, ich der partner in crime, Nicholas und Johanna mitgefangen – mitgehangen. Die zwei werden für zwei Jahre die middle school bzw. elementary school besuchen, während ich mich um die soziale Komponente und Heim und Garten kümmern werde. Ich bin 42 Jahre alt und übersiedle mittlerweile das dritte Mal auf einen anderen Kontinent. Ich muss verrückt sein.

Olivers Beruf bedingt dass wir uns für zwei Jahre nach Austin, Texas verziehen. Zu Hause lassen wir ein nettes Häuschen in einer netten kleinen Stadt zurück, aber hauptsächlich auch die Familie, viele supergute Freunde und ein ganzes nett aufgestelltes Leben. Und warum? Weil wir immer schon unseren Kindern zeigen wollten, dass man keine Angst vor Neuem haben sollte. Davor, etwas auszuprobieren. Über den Tellerrand zu schauen. Andere Kulturen kennen zu lernen. Überhaupt, wo es dabei so gut wie kein wirtschaftliches Risiko gibt. Bär macht einen Transfer innerhalb der Firma und damit ist das Gröbste schon gecheckt. Und wir haben doch schon vier Jahre in Südafrika gelebt, also kann alles nur halb so schlimm werden.

In diesem Sinne, willkommen im Abenteuer!

Kurzer Nachtrag: Mittlerweile wurde auch unser Visum bestätigt, also steht unserer Reise nichts mehr im Weg.