Vermischter Juli

Der Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung wird gleich zweimal gefeiert. Gefeuert wird sowohl am 3. als auch am 4. Juli. Spannendes zum Hintergrund dieses Feiertages findet ihr in in diesem Video. Am Freitag knallt es ein wenig in unserer Straße, doch am Samstag abend geht es richtig rund in diesem schönen Haus. Wir beteiligen uns ein wenig an dem Spektakel, aber ich verabschiede mich frühzeitig, dieser Krach ist nichts für mich.

Schräger Fund des Monats: Das Outdoor-Warehouse “Cabela´s“. Neben allem, was mit Jagen, Fischen, outdoor, etc. zu tun hat, findet man hier auch sehr viele tote Tiere. Gruselkabinett einmal anders.

Aus der Reihe “Interessantes Tierreich”: Der Eastern Hercules Beetle, der uns auf einem Abendspaziergang entgegen gekommen ist. Er wirkt nicht sehr elegant, wenn er auf der Straße herumkraxelt, aber angeblich kann er gut fliegen. Die Schlüssel habe ich für einen Größenvergleich dazugelegt. Ich gebe es zu, ich wollte das gehörnte Käferchen nicht auf die Hand nehmen…

Wer nach Sehenswürdigkeiten in Austin sucht, wird schnell auf die 1,5 Millionen Mexican freetail Fledermäuse stoßen. Diese wohnen unter der South Congress Brücke und kommen jeden Tag gegen Sonnenuntergang heraus um Futter zu suchen. Leider haben wir davon keine guten Fotos machen können, aber der Sonnenuntergang war schön

Der Inbegriff des Entspannens für mich: ein Buch, keine Massen an Leuten, fröhliche Kinder, die etwas weiter weg ihren Spaß haben und das gemütliche Plätschern eines Baches. Alles das durften wir auf dem Grundstück einer Freundin unserer Nachbarn erleben. Sie hat zirka 10 Hektar Land am Bear Creek. Auf dem knapp 800 Meter langen Flussabschnitt waren wir kajaken und haben dabei den Kühen im Wasser zugeschaut. So entspannend. Hier ein kurzes Video dieses sehr ruhigen Samstags. Vielen Dank an unsere Nachbarn Kelli und Mike (mit Cole), die mit uns diesen Tag verbracht haben.

Einer unserer Nachbarn hat uns eine Texas-Flagge geschenkt. Bisher hingen auf unserer Porch abwechselnd die Flaggen Österreichs und Südafrikas, und jetzt, ganz passend, eben Texas. Ich will euch das Ergebnis des Foto-Shootings nicht vorenthalten.

Im Farbenrausch, wieder einmal. Mein Großer mit Merman-Hair und meine Maus, direkt konservativ, schwarz-blau.

Zum Drüberstreuen, einfach, weil es so schön ist, ein slo-mo-Video von fallendem Parmesan auf selbstgekochte Spaghetti (Video Copyright Nicholas).

https://youtu.be/EgvuEnHf5d8

Wenn du Nicholas kennst, weißt du vielleicht, dass dieser Junge tiefenentspannt ist. Was ihn zum idealen Reisebegleiter für Einzelkinder macht. Er darf fünf Tage mit unserem Nachbarsburschen Cole in das Mini-Örtchen Port O`Connor fahren. Eine kleine zu Hause bleibende Maus wird mit Cowgirl-boots und einer Reitstunde ruhiggestellt, und das gefällt ihr auch sehr gut.

Pack die Badehose ein….

Picture taken from link

Was für den Berliner der Wannsee, oder für die Wiener der Neusiedlersee, ist für den Austinite Lake Travis. Ein Urlaubsparadies in unmittelbarer Nähe. Der kleine Unterschied ist vielleicht, dass der „Lake“ Austin im Grunde ein aufgestauter Teil des Colorado River ist. Aber das tut seiner Schönheit keinen Abbruch. Der See bedeckt knapp 77 Quadratkilometer. Das ist zwar weit entfernt von der Größe des Neusiedlersees (320qkm), aber dafür fast viermal so groß wie der Wörthersee (19,39 qkm)

Auch dieses Mal sind Nachbarn an unserem Vergnügen beteiligt. Oder, schuld, kann man auch sagen. Ich bin kein Fan von Booten, aber wie mir ein lieber Freund gesagt hat: „Ein wenig Opferbereitschaft ist auch nicht schlecht“. Also, ab aufs Boot mit uns. Für fünf Stunden dürfen wir uns auf dem Wasser bewegen bevor wir wieder an Land gehen müssen.

Ja, was macht man fünf Stunden auf einem Boot? Für das leichtere Denken haben wir genug Flüssigkeiten für alle mit, sowie genug Verpflegung für, genau, fünf Stunden. Doch entgegen meiner Befürchtung wird mir gar nicht fad. Nachdem unser Gefährt nicht untermotorisiert ist, machen wir uns den Spaß und ziehen mit hoher Geschwindigkeit die Kinder auf einem Ring hinter uns her. Und auch mal mich. Das geht ganz schön in die Arme, das Festhalten. Nachdem es auf dem Boot ziemlich laut ist, bin ich ganz überrascht, wie leise es auf dem Ring ist, obwohl man mit ordentlich Tempo über die Wellen rauscht. Über uns kreisen Geier, was ich für kein gutes Zeichen halte.

Kurz machen wir auch Stopp bei den Klippen, wo die Kinder furchtlos ins Wasser hüpfen. Diesen Spaß mache ich aber nicht mit, da sind mir zu viele Zuschauer. Während wir zwischendurch gemütlich durchs Wasser schippern ist Zeit und Muße, die Häuser am Seeufer genauer anzuschauen. Da gibt es von Appartement-Blöcken bis zu Millionenvillen alles zu sehen. Unser Kapitän Mike ist ein erfahrener Bootsführer und zeigt uns die schönstens Stellen. Wir ankern an mehreren Plätzen um zu essen und zu trinken ohne auszuschütten.

Nach einem kurzen Abstecher zu dem berühmten Party Spot “Devils Cove” ist die Zeit auch schon wieder um. Leider werden wir nicht mit einem der berühmt-spektakulären Sonnenuntergänge am Lake Travis beehrt. Doch auch irgendwie malerisch: Die Geier ziehen sich auf ihre Schlafplätze zurück, um zu schauen, ob sie morgen bessere Ausbeute machen.

Stadtentwicklung

Das unspektakuläre Loch im Bach “Jacob´s Well” füttert den Cypress Creek, einen Flusslauf, der in den Blanco River mündet. Sowohl Ursprung als auch Ende sind in Wimberley, einer kleinen pittoresken Gemeinde in Hays County, zirka 25 Meilen von Austin entfernt.

Nachdem ein Teil des Augebietes für Wohnbau verkauft werden sollte, hat die Gemeinde mit Hilfe ihrer Bürger das Land gekauft, um es in seinem natürlichen Zustand allen zur Verfügung stellen zu können. Aus diesem Projekt ist der “Blue Hole Regional Park” entstanden. Der Cypress Creek ist aber nicht nur für Wimberley wichtig, sondern ist, als Teil eines gigantischen Wassersystems, für die gesamte Region unersetzlich. Riesige Zypressen stehen am Ufer dieses Baches, und es ist leicht, auf der Liegewiese einen Schattenplatz zu finden. Leider haben wir es auch diesmal nicht geschafft, den rundum liegenden Park zu erkunden. Ehrlich gesagt, ist mir bei fast 40 Grad Celsius aber auch zu warm zum Wandern.

Wir genießen lieber wieder das glasklare Wasser und die entspannte Stimmung. Aufgrund der Zugangsbestimmungen und des Buchungssystems ist es nicht überlaufen. Während bei Krause Springs mehr die Party People abhängen, sind es hier vor allem Familien mit Kindern. Ich glaube, ich habe meinen neuen Lieblingsplatz gefunden. Wie schön, dass es Gemeinden gibt, wo von den Politikern aus ein schützenswertes Stück Erde nicht für den raschen Profit verscherbelt wird.

Kleines, tiefes Loch

Manchmal überkommt mich die Lust, etwas Verrücktes zu tun. Etwas potentiell Gefährliches. So etwas wie Achterbahn fahren. Der Rausch des Adrenalins, wenn es in die Tiefe geht. Der Rausch der Tiefe hat uns auch heute erfasst, nämlich in Jacob´s Well. Diese Quelle ist einfach ein Loch in einem Bach. Das klingt unspektakulär, verstehe ich. Aber es ist ein verdammt tiefes Loch, und es hat auch schon so einigen Leuten das Leben gekostet. Seit Ende der 70er Jahre zumindest sieben oder acht.

Und in genau dieses Loch springt Johanna. Sie ist nicht die einzige. Es sind ungefähr zehn Leute hier, denn das Planschen in der Quelle ist nur mit Reservierung erlaubt. Dank Corinna ist die Zahl der möglichen Besucher auf derzeit 30 beschränkt, aber so viele werden es heute nicht werden.

Der Nicht-Badewart erzählt ein wenig von vergangenen Fluten, als die Quelle durch Geröll so zugeschüttet wurde, dass in den 50er Jahren ein kleines Wehr errichtet wurde. Das stört zwar etwas den naturbelassenen look des Baches, aber es hält seitdem die Quelle offen. Pro Stunde bahnen sich hier tausende Gallonen Wasser ihren Weg in den Cypress Creek. Was das für eine Flut gewesen sein muss…

Wenn man das erste Mal über dieses Loch schwimmt, ist es etwas gruselig. Überall ist der Bach höchstens hüfthoch, hier geht es immerhin mehr als 7 Meter hinunter. Und das ist erst der Beginn eines Höhlensystems, dass bisher zu einer Tiefe von beinahe 100 Metern erforscht wurde. Das Wasser ist glasklar und hat eine konstante Temperatur von 20 Grad Celsius, was besonders im Sommer angenehm ist.

Nicholas nimmt einen etwas höheren Felsen in Angriff. Im Video sieht man gut, wie klein das Loch eigentlich ist. Sein flip bringt ihn ganz schön nahe an den Rand des Abgrunds. Ich versuche, mit einer Kerze so tief wie möglich zu tauchen. Das ist gar nicht so leicht bei so viel Gegenstrom. Außerdem ist meine Kerze nicht ganz gerade, darum stoße ich mit den Füßen bald an den weich bewachsenen Felsen. Es ist ein ruhiger Ort. Außer diesem Loch gibt es hier nur viel Wald, und ein kleines Stückchen Fluss. Aber das Loch ist spannend. Seine Tiefe, seine Geschichten, und seine unergründlich blaugrüne Farbe.

Vermischter Juni

Für alles, was keinen eigenen Artikel bekommt.

Neuer Monat, neue Farbe am Kopph. Kombiniert mit einem Ausflug zu viert zum Typhoon Texas.

Mein Little Big Red schon wieder als Retter in der Not? Damit das nicht zur Gewohnheit wird, hat sich Oliver daraufhin eine neue Batterie gekauft. Und ein Service ausgemacht. Und wurde darauf aufmerksam gemacht, dass sein Auto in seinem ganzen Leben noch kein Service bekommen hat! Das kostet ihm eine ganz schöne Stange Geld, aber dafür ist´s erledigt.

Wir haben wieder einen perfekten Badeplatz gefunden. Der Blue Hole Regional Park in Wimberley ist klein, aber fein. Das Wasser ist glasklar und sehr erfrischend, ein Seil vom Baum am Ufer aus sorgt für Spaß. Außerdem gibt es noch eine Wiese und ein paar Steinbänke. Rund um diesen kleinen Flussabschnitt gibt es noch einen Park zum Spazierengehen, aber das heben wir uns für den nächsten Besuch auf.

Wer will denn hier zum Küchenfenster rein? Eine Anolis Carolinensis, oder Rotkehlanolis. Er ist ein häufiger Gast vor unserem Fenster. Leider sind meine Fotokünste zu schlecht, sonst würde ich euch auch einen Rotkardinal zeigen, oder die süßen Kolibri, die wir häufig sehen.

Nachdem die Ferien ohne Camps, ohne Lager, ohne Ferienbetreuung ein wenig langweilig sind, und zwar nicht nur für unsere Kinder, hat eine Mama eine Betreuung zu uns geholt. Drei Cheerleader der lokalen James Bowie Highschool zeigen unseren Girls wie man Stimmung macht. Cheerleading ist “serious business” in Texas. Die populäre Serie “Texas Cheer Moms” zeigt das sehr deutlich auf. Es gibt sogar einen Fall, wo eine Mutter die Mutter einer Konkurrentin ihrer Tochter umbringen lassen wollte, damit das andere Mädchen aufhört. Aber zum Glück spielt sich bei uns alles harmlos ab.

Wen amerikanische Geschichte interessiert, dem kann ich die History-Channel Serie “Texas Rising” empfehlen. Gibt es (zumindest hier) gerade gratis mit Amazon Prime Video.

Wasser + Erde = teurer Spaß. Leider hat unser kurzer Gatsch-Hupfer meinen Jeep lahmgelegt, jetzt steht er wieder mal beim Mechaniker, weil das “Check-Engine-Light” nicht nur leuchtet, sondern blinkt.

Die Zahlen der an Covid19 (oder liebevoll, Corinna) Erkrankten ist in den letzten zwei Wochen sprunghaft gestiegen, vermutlich eine Folge der raschen Lockerungen und schnellen Öffnung von Geschäften und Restaurants in Texas. Darum wurde alles wieder sehr stark zurückgefahren und wir befinden uns mehr oder weniger wieder dort, wo wir Mitte März waren. Nur nicht mit den Krankheitszahlen, da befinden wir uns nämlich wesentlich höher. Nachdem vermutlich auch die Schule im August nicht wieder so anfangen wird wie es vor Corinna war, überlegen wir “Alcanza-Moms” Alternativen, wie Privatlehrer, für unsere Kinder. Spannend. Schule, neu gedacht. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Gutes Tun und dabei Freude haben

Wer sich ein wenig umschaut, wird merken, dass die Möglichkeiten, um anderen etwas Gutes zu tun, fast unendlich sind. Oder, unendlich. Nach oben hin gibt es kein Limit. Ich habe das Gefühl, dass es in Amerika aber noch stärker auf die Gemeinschaft ankommt, dass es einfacher ist, sich irgendwo zu engagieren. Oft, so wie diesmal, sind es kleine Projekte, die zum Mitmachen einladen.

Unsere Nachbarin Kelli hat über Austin Allies eine nette Gelegenheit gefunden, auch die Kinder am sozialen Gedanken teilhaben zu lassen. Wir verbringen gemeinsam einen Vormittag um Töpfe und Leinwände zu bemalen. Dabei gibt es genaue Anleitungen, wie das fertige Produkt ausschauen sollte. Denn schlussendlich sollen die Blumentöpfe und Bilder richtige Zimmer schmücken. Richtige Zimmer in richtigen Häusern für Leute, die vorher kein richtiges Zuhause hatten. Obdachlose gibt es sehr viele in Austin, und darum baut Communities First auf einem 20 Hektar großen Grundstück leistbare Wohneinheiten für ehemalige Obdachlose. Alle Möbel werden gestellt, aber für den persönlichen Touch fehlt noch ein wenig etwas. Während mit Farben gekleckst wird, ergeben sich Gespräche über Zuhause, über das Helfen, über Obdachlosigkeit, und ich glaube, das ist fast so wichtig wie das künstlerische Endprodukt.

Erde + Wasser = ?

Wir brachten meinen Jeep in seine natürliche Umgebung, und das ist off-road. Wir sind das zweite Mal mit Little Big Red im Gelände, diesmal mit großen Reifen und einem 2,5 Zoll lift. Da lässt sich die swaybar mit einem Clip fixierien bzw. lösen, das können wir sogar alleine. Auch das “air down” der Reifen geht mit dem passenden Werkzeug ruck zuck und ohne zu raten wie viel Druck noch drinnen ist. Nach dem Leitsatz “never go wheeling alone” haben wir uns dem San Antonio Jeep Club angeschlossen, der uns auch gleich ganz unkompliziert auf die Piste mitnahm. So ein Glück, dass in dieser Gruppe auch ausgezeichnete Spotter waren, denn so macht das Fahren mit Sicherheit gleich viel mehr Spaß. Außerdem hatten wir Olivers Arbeitskollegen zum Mitkommen eingeladen. Dieser hat seinen ziemlich neuen Jeep gleich mit ein paar handfesten Kratzern gelände-getauft. Aber zum Glück hat er Humor und vielleicht auch ein wenig so etwas in diese Richtung erwartet.

Der Kurs war diesmal um einiges herausfordernder als der “Newbie run” beim Polar Bear Run im Jänner, und ich war froh, dass Oliver diesen Teil übernommen hat. Am Nachmittag ging es dann recht gemütlich zu und da bin dann ich gefahren. Es war zwar wunderschönes Wetter, aber vor ein paar Tagen hat es geregnet und im Hidden Falls Adventure Park gibt es ein paar Mini-Bächlein, die ein herrliches Terrain ergeben. Erde + Wasser = viel Spaß und nachher einiges an Arbeit, um den Dreck wieder runter zu bekommen. Aber vorher sind wir wir noch eine Woche mit dieser Trophäe durch die Gegend gefahren.

Besser ein Typhoon als ein Hurricane

Na gut, dieser Titel ist vielleicht ein wenig polemisch. Aber wenn es sich bei genanntem “Typhoon” um den “Typhoon Waterpark Texas Austin” handelt, dann werden mir doch die meisten zustimmen.

Ich bin zwar generell der Fan von natürlichem Gewässer, aber wenn wir schon die Möglichkeit eines Wasserparks in der gleichen Stadt haben, dann nutzen wir sie selbstverständlich auch. Der schwierige Teil ist die Reservierung einer Eintrittszeit. Fünf bis sieben Tage im Voraus werden die slots online gestellt und ich glaube, in der gleichen Minute sind sie wieder weg. Wir hatten aber den Erfolg für Dienstag nachmittag einen slot für uns drei zu reservieren. Kam Dienstag, schüttete es natürlich wie aus Kübeln.

Aber das hielt uns nicht auf, nass werden wollten wir ohnehin. Unverdrossen schmissen wir uns auf die Autobahn. Das einzige Zugeständnis an das Wetter war die Wahl des Fahrzeugs. Ein geschlossener Mercedes ist in diesem Falle lustiger als ein offener Jeep. Wenn Engel reisen, lacht der Himmel, sagt man. Und nach einer dreiviertel Stunde Autofahrt waren wir angekommen, und der Regen hörte auf. So mag ich das.

Wir hatten einen ganzen Nachmittag für uns. Nachdem auch hier das Limit von 25% der Kapazität galt, mussten wir kaum warten. Dafür kam der Regen zurück, aber das heißt im Umkehrschluss, dass wir uns keinen Sonnenbrand geholt haben. Es war ein großer Spaß, und ich habe mich sogar auf die drop slide (Freifall-Rutsche) gewagt. Einzig meine kleine Maus hat sich ein wenig beschwert, dass es nichts zum Schwimmen gab. Da hat sie recht. Es gab zwar mehr als genug Rutschen, ein gigantisches Wasserfass, ein kollosales Klettergerüst im Wasser und einen lazy river, aber Schwimmen konnte man nirgends.

Ein paar Nächte später bin ich übrigens um halb drei Uhr morgens aufgewacht und habe auf gut Glück auf die Reservierungsseite geschaut, und da konnte ich doch tatsächlich an einem Sonntag für uns alle vier reservieren. Sag noch einer, senile Bettflucht habe keine Vorteile.

Oh, it´s gonna be crowded…

Nachdem die Corinna-bedingten Einschränkungen zum Teil wieder gelockert werden, muss ich unser Sommer-Programm schön langsam mal beginnen. Auf meiner Liste stehen eine ganze Menge schöner Schwimmplätze und heute geht es kurzentschlossen zu den Krause-Springs. Für die braucht man keine Reservierung, wer vor Ort ist, darf rein so lange Kapazität ist.

Als ich am Freitag nachmittag meinen Nachbarn von unseren morgigen Plänen erzähle, kommt die Meldung: “Oh, it´s gonna be crowded, you better go early.” Und das tun wir auch. Es ist ein bisschen huschi in unserem offenen Jeep, aber Texas Hill Country im Morgenlicht entschädigt dafür visuell. Das große Anwesen der Familie Krause liegt nur etwa 40 Minuten von unserem Zuhause entfernt, das ist für texanische Verhältnisse ein Katzensprung.

Und wirklich hat sich das frühe Wegfahren ausgezahlt. Der herrliche Garten mit den vielen Wasserläufen präsentiert sich malerisch im Licht der immer noch tiefstehenden Sonne. Ich fühle mich wie in den Tropen. Herrliche große Bäume, ihre Wurzeln bilden kleine Brücken über die Bäche. Eine über und über mit Farnen bewachsene Grotte, über die ein kleiner Wasserfall in den See plätschert, bildet den akustischen Hintergrund zu diesem Paradies. Auf dem Grundstück entspringen 32 Quellen, die außer dem See auch ein kleines Pool füllen. Doch wer braucht schon ein gemauertes, künstliches Wasserbecken, wenn es so viele herrliche natürliche Gewässer hier gibt?


Der zweite Vorteil des frühen Ankommens liegt ebenfalls auf der Hand. Außer uns sind noch nicht viele andere Leute hier. Ein paar haben offensichtlich am Gelände gecampt und kommen gerade von ihrem Morgenschwimmen zurück. Wie überall in Texas sind die Leute freundlich und man kommt leicht ins Gespräch, überhaupt wo sich die Schönheit des Platzes als Smalltalk-Thema wie auf dem Silbertablett präsentiert. Wir finden einen herrlichen Platz im Schatten eines großen Baumes, direkt am Wasser. Von dieser Homebase aus erkunden wir das Wasser und das restliche Anwesen. Der See ist nicht groß, aber bietet genug Platz um zu schwimmen, mit floats im Wasser zu treiben, von einem Felsen aus einen ropeswing zu machen, von einer Klippe hinunterzuspringen und sich in der Grotte vom Wasserfall berieseln zu lassen. Ich weiß nicht, wie viele schönste Plätze diese Welt bietet, aber die Krause Springs gehören mit Sicherheit dazu.

Im Laufe des Vormittags kommen immer mehr Leute und es wird zunehmend lauter, gedrängter, und weniger idyllisch. Zum Glück hat sich unser erster Eindruck fest eingebrannt. Nach einem ausgedehnten Spaziergang wird es gegen 14 Uhr für uns Zeit, wieder nach Hause zu fahren. Mittlerweile ist es auch sehr heiß, sehr voll und sehr laut. Und das, obwohl angeblich nur zu 25% Kapazität gefüllt ist! Es herrscht eine ausgelassene Stimmung mit viel Lachen und Applaus, wenn sich jemand das erste Mal von der Klippe traut oder einen besonders spektakulären Sprung wagt. Und das ist schön, auch wenn die träumerische Stimmung vom frühen Morgen total verflogen ist.

Vermischter Mai

Für alles, was keinen eigenen Artikel bekommt. Die wichtigsten Sachen kommen aber manchmal erst am Schluss.

Mai, dass ich das noch erleben darf! Mein Little Big Red als Retter in der Not. Olivers Mercedes ist dank “Stay at Home”-Order so lange gestanden, dass die Batterie leer war und fremdgestartet werden musste.

May the forth be with you! Traditionelles Gebäck zum Tag: Zimtschnecken in Form von Prinzessin Leas Haarstil. Und weil der Ofen warm ist, auch gleich zwei Brote gemacht.

So schnell ist der Spaß wieder vorbei. Wenn die braids mit der Zeit immer mehr vom Ansatz wegrutschen, sieht es schlampig aus. Also weg damit. Leider.

Wir haben uns ein Pool gegönnt! Okay, es hätte vielleicht etwas größer ausfallen können, aber für eine kleine Abkühlung reicht es. Für die größere Abkühlung haben wir seit Ende Mai wieder den großen Community-Pool (mit Zugangsbeschränkung).

Jetzt wisst ihr, warum ich auf andere Bäcker verweise. Dieses Brot war wieder ein Reinfall. Ich gebe aber zu, dass es vielleicht keine intelligente Idee ist, ein Brot anzusetzen, wenn für den gleichen Tag eine “Progressive Party” (Wanderparty) im Gange ist.

Der Rasen vor unserem Haus sieht etwas verhungert aus. Mittel der Wahl: Aerifizieren und ein Top-Dressing darauf. Wer jetzt glaubt, dass wie in Österreich einfach ein paar Löcher in den Boden gedrückt werden, irrt. Everything is bigger in Texas. Diese “Würstel” werden aus dem Boden gestanzt.

Black lives matter. (Es gibt hier übrigens einen guten Artikel darüber, warum es genau so heißt, und nicht “all lives matter”). Das Thema ist so umfassend, so komplex, dass ich euch hier nur ein paar links geben kann. Hier einmal zu den Protesten in Austin. Und hier zu einem der auslösenden Gründe dafür. Alles andere: Die nicht gezeigte Polizeigewalt gegen Demonstranten, die undurchsichtigen Hintergründe, warum offensichtlich Weiße die Gewalt anzetteln, ist mir einfach zu komplex. Und jetzt werde ich mich hinsetzen und mal darüber nachdenken, wo ich persönlich rassistisch bin.

Oliver wollte am Samstag mit einem Arbeitskollegen in der Stadt Fotos machen. Sie haben umgedreht als Ihnen zu viele State-Trooper Autos auf der Straße waren.