Gutes Tun und dabei Freude haben

Wer sich ein wenig umschaut, wird merken, dass die Möglichkeiten, um anderen etwas Gutes zu tun, fast unendlich sind. Oder, unendlich. Nach oben hin gibt es kein Limit. Ich habe das Gefühl, dass es in Amerika aber noch stärker auf die Gemeinschaft ankommt, dass es einfacher ist, sich irgendwo zu engagieren. Oft, so wie diesmal, sind es kleine Projekte, die zum Mitmachen einladen.

Unsere Nachbarin Kelli hat über Austin Allies eine nette Gelegenheit gefunden, auch die Kinder am sozialen Gedanken teilhaben zu lassen. Wir verbringen gemeinsam einen Vormittag um Töpfe und Leinwände zu bemalen. Dabei gibt es genaue Anleitungen, wie das fertige Produkt ausschauen sollte. Denn schlussendlich sollen die Blumentöpfe und Bilder richtige Zimmer schmücken. Richtige Zimmer in richtigen Häusern für Leute, die vorher kein richtiges Zuhause hatten. Obdachlose gibt es sehr viele in Austin, und darum baut Communities First auf einem 20 Hektar großen Grundstück leistbare Wohneinheiten für ehemalige Obdachlose. Alle Möbel werden gestellt, aber für den persönlichen Touch fehlt noch ein wenig etwas. Während mit Farben gekleckst wird, ergeben sich Gespräche über Zuhause, über das Helfen, über Obdachlosigkeit, und ich glaube, das ist fast so wichtig wie das künstlerische Endprodukt.

Erde + Wasser = ?

Wir brachten meinen Jeep in seine natürliche Umgebung, und das ist off-road. Wir sind das zweite Mal mit Little Big Red im Gelände, diesmal mit großen Reifen und einem 2,5 Zoll lift. Da lässt sich die swaybar mit einem Clip fixierien bzw. lösen, das können wir sogar alleine. Auch das “air down” der Reifen geht mit dem passenden Werkzeug ruck zuck und ohne zu raten wie viel Druck noch drinnen ist. Nach dem Leitsatz “never go wheeling alone” haben wir uns dem San Antonio Jeep Club angeschlossen, der uns auch gleich ganz unkompliziert auf die Piste mitnahm. So ein Glück, dass in dieser Gruppe auch ausgezeichnete Spotter waren, denn so macht das Fahren mit Sicherheit gleich viel mehr Spaß. Außerdem hatten wir Olivers Arbeitskollegen zum Mitkommen eingeladen. Dieser hat seinen ziemlich neuen Jeep gleich mit ein paar handfesten Kratzern gelände-getauft. Aber zum Glück hat er Humor und vielleicht auch ein wenig so etwas in diese Richtung erwartet.

Der Kurs war diesmal um einiges herausfordernder als der “Newbie run” beim Polar Bear Run im Jänner, und ich war froh, dass Oliver diesen Teil übernommen hat. Am Nachmittag ging es dann recht gemütlich zu und da bin dann ich gefahren. Es war zwar wunderschönes Wetter, aber vor ein paar Tagen hat es geregnet und im Hidden Falls Adventure Park gibt es ein paar Mini-Bächlein, die ein herrliches Terrain ergeben. Erde + Wasser = viel Spaß und nachher einiges an Arbeit, um den Dreck wieder runter zu bekommen. Aber vorher sind wir wir noch eine Woche mit dieser Trophäe durch die Gegend gefahren.

Besser ein Typhoon als ein Hurricane

Na gut, dieser Titel ist vielleicht ein wenig polemisch. Aber wenn es sich bei genanntem “Typhoon” um den “Typhoon Waterpark Texas Austin” handelt, dann werden mir doch die meisten zustimmen.

Ich bin zwar generell der Fan von natürlichem Gewässer, aber wenn wir schon die Möglichkeit eines Wasserparks in der gleichen Stadt haben, dann nutzen wir sie selbstverständlich auch. Der schwierige Teil ist die Reservierung einer Eintrittszeit. Fünf bis sieben Tage im Voraus werden die slots online gestellt und ich glaube, in der gleichen Minute sind sie wieder weg. Wir hatten aber den Erfolg für Dienstag nachmittag einen slot für uns drei zu reservieren. Kam Dienstag, schüttete es natürlich wie aus Kübeln.

Aber das hielt uns nicht auf, nass werden wollten wir ohnehin. Unverdrossen schmissen wir uns auf die Autobahn. Das einzige Zugeständnis an das Wetter war die Wahl des Fahrzeugs. Ein geschlossener Mercedes ist in diesem Falle lustiger als ein offener Jeep. Wenn Engel reisen, lacht der Himmel, sagt man. Und nach einer dreiviertel Stunde Autofahrt waren wir angekommen, und der Regen hörte auf. So mag ich das.

Wir hatten einen ganzen Nachmittag für uns. Nachdem auch hier das Limit von 25% der Kapazität galt, mussten wir kaum warten. Dafür kam der Regen zurück, aber das heißt im Umkehrschluss, dass wir uns keinen Sonnenbrand geholt haben. Es war ein großer Spaß, und ich habe mich sogar auf die drop slide (Freifall-Rutsche) gewagt. Einzig meine kleine Maus hat sich ein wenig beschwert, dass es nichts zum Schwimmen gab. Da hat sie recht. Es gab zwar mehr als genug Rutschen, ein gigantisches Wasserfass, ein kollosales Klettergerüst im Wasser und einen lazy river, aber Schwimmen konnte man nirgends.

Ein paar Nächte später bin ich übrigens um halb drei Uhr morgens aufgewacht und habe auf gut Glück auf die Reservierungsseite geschaut, und da konnte ich doch tatsächlich an einem Sonntag für uns alle vier reservieren. Sag noch einer, senile Bettflucht habe keine Vorteile.

Oh, it´s gonna be crowded…

Nachdem die Corinna-bedingten Einschränkungen zum Teil wieder gelockert werden, muss ich unser Sommer-Programm schön langsam mal beginnen. Auf meiner Liste stehen eine ganze Menge schöner Schwimmplätze und heute geht es kurzentschlossen zu den Krause-Springs. Für die braucht man keine Reservierung, wer vor Ort ist, darf rein so lange Kapazität ist.

Als ich am Freitag nachmittag meinen Nachbarn von unseren morgigen Plänen erzähle, kommt die Meldung: “Oh, it´s gonna be crowded, you better go early.” Und das tun wir auch. Es ist ein bisschen huschi in unserem offenen Jeep, aber Texas Hill Country im Morgenlicht entschädigt dafür visuell. Das große Anwesen der Familie Krause liegt nur etwa 40 Minuten von unserem Zuhause entfernt, das ist für texanische Verhältnisse ein Katzensprung.

Und wirklich hat sich das frühe Wegfahren ausgezahlt. Der herrliche Garten mit den vielen Wasserläufen präsentiert sich malerisch im Licht der immer noch tiefstehenden Sonne. Ich fühle mich wie in den Tropen. Herrliche große Bäume, ihre Wurzeln bilden kleine Brücken über die Bäche. Eine über und über mit Farnen bewachsene Grotte, über die ein kleiner Wasserfall in den See plätschert, bildet den akustischen Hintergrund zu diesem Paradies. Auf dem Grundstück entspringen 32 Quellen, die außer dem See auch ein kleines Pool füllen. Doch wer braucht schon ein gemauertes, künstliches Wasserbecken, wenn es so viele herrliche natürliche Gewässer hier gibt?


Der zweite Vorteil des frühen Ankommens liegt ebenfalls auf der Hand. Außer uns sind noch nicht viele andere Leute hier. Ein paar haben offensichtlich am Gelände gecampt und kommen gerade von ihrem Morgenschwimmen zurück. Wie überall in Texas sind die Leute freundlich und man kommt leicht ins Gespräch, überhaupt wo sich die Schönheit des Platzes als Smalltalk-Thema wie auf dem Silbertablett präsentiert. Wir finden einen herrlichen Platz im Schatten eines großen Baumes, direkt am Wasser. Von dieser Homebase aus erkunden wir das Wasser und das restliche Anwesen. Der See ist nicht groß, aber bietet genug Platz um zu schwimmen, mit floats im Wasser zu treiben, von einem Felsen aus einen ropeswing zu machen, von einer Klippe hinunterzuspringen und sich in der Grotte vom Wasserfall berieseln zu lassen. Ich weiß nicht, wie viele schönste Plätze diese Welt bietet, aber die Krause Springs gehören mit Sicherheit dazu.

Im Laufe des Vormittags kommen immer mehr Leute und es wird zunehmend lauter, gedrängter, und weniger idyllisch. Zum Glück hat sich unser erster Eindruck fest eingebrannt. Nach einem ausgedehnten Spaziergang wird es gegen 14 Uhr für uns Zeit, wieder nach Hause zu fahren. Mittlerweile ist es auch sehr heiß, sehr voll und sehr laut. Und das, obwohl angeblich nur zu 25% Kapazität gefüllt ist! Es herrscht eine ausgelassene Stimmung mit viel Lachen und Applaus, wenn sich jemand das erste Mal von der Klippe traut oder einen besonders spektakulären Sprung wagt. Und das ist schön, auch wenn die träumerische Stimmung vom frühen Morgen total verflogen ist.

Vermischter Mai

Für alles, was keinen eigenen Artikel bekommt. Die wichtigsten Sachen kommen aber manchmal erst am Schluss.

Mai, dass ich das noch erleben darf! Mein Little Big Red als Retter in der Not. Olivers Mercedes ist dank “Stay at Home”-Order so lange gestanden, dass die Batterie leer war und fremdgestartet werden musste.

May the forth be with you! Traditionelles Gebäck zum Tag: Zimtschnecken in Form von Prinzessin Leas Haarstil. Und weil der Ofen warm ist, auch gleich zwei Brote gemacht.

So schnell ist der Spaß wieder vorbei. Wenn die braids mit der Zeit immer mehr vom Ansatz wegrutschen, sieht es schlampig aus. Also weg damit. Leider.

Wir haben uns ein Pool gegönnt! Okay, es hätte vielleicht etwas größer ausfallen können, aber für eine kleine Abkühlung reicht es. Für die größere Abkühlung haben wir seit Ende Mai wieder den großen Community-Pool (mit Zugangsbeschränkung).

Jetzt wisst ihr, warum ich auf andere Bäcker verweise. Dieses Brot war wieder ein Reinfall. Ich gebe aber zu, dass es vielleicht keine intelligente Idee ist, ein Brot anzusetzen, wenn für den gleichen Tag eine “Progressive Party” (Wanderparty) im Gange ist.

Der Rasen vor unserem Haus sieht etwas verhungert aus. Mittel der Wahl: Aerifizieren und ein Top-Dressing darauf. Wer jetzt glaubt, dass wie in Österreich einfach ein paar Löcher in den Boden gedrückt werden, irrt. Everything is bigger in Texas. Diese “Würstel” werden aus dem Boden gestanzt.

Black lives matter. (Es gibt hier übrigens einen guten Artikel darüber, warum es genau so heißt, und nicht “all lives matter”). Das Thema ist so umfassend, so komplex, dass ich euch hier nur ein paar links geben kann. Hier einmal zu den Protesten in Austin. Und hier zu einem der auslösenden Gründe dafür. Alles andere: Die nicht gezeigte Polizeigewalt gegen Demonstranten, die undurchsichtigen Hintergründe, warum offensichtlich Weiße die Gewalt anzetteln, ist mir einfach zu komplex. Und jetzt werde ich mich hinsetzen und mal darüber nachdenken, wo ich persönlich rassistisch bin.

Oliver wollte am Samstag mit einem Arbeitskollegen in der Stadt Fotos machen. Sie haben umgedreht als Ihnen zu viele State-Trooper Autos auf der Straße waren.

Beachfront, Baby!

Im Grunde unseres Herzens sind wir ja Rebellen. Nein, ehrlich! Außerdem ist die Lage gerade nicht ganz klar. Der Gouverneur von Texas hat die Restriktionen teilweise gelockert, während der Bürgermeister von Austin und der County Judge die stay-at-home order bis 30. Mai, respektive 15. Juni verlängert haben.

Wir haben jedenfalls unsere Sachen gepackt und sind kurzerhand nach “Port A” gefahren. Die Fahrt dauert ca 3 1/2 Stunden, und da muss man natürlich dazwischen Pause mache. Schau dir mal das Foto links an, und dann rate doch mal, was es hier nicht zu essen gibt.

Die kleine Stadt Port Aransas liegt auf Mustang Island und erinnert mich an Grado. Klein, beschaulich, und im Sommer voll mit Touristen. Der Strand ist ähnlich, und teilweise gibt es auch Liegen und Sonnenschirme. Was definitv anders ist: Die Autos und Wohnmobile am Strand. Es tut mir leid, aber diesmal haben wir echt einfach vergessen, zu fotografieren.

Als wir am Sonntag wieder heimgefahren sind, ist uns eingefallen, dass wir kein einziges Foto von uns allen am Strand gemacht haben. Also schnell mit dem Auto zum Strand gefahren. Dort haben wir festellen müssen, dass der Strand wegen hohen Wasserstands geschlossen ist. Den netten Officer haben wir aber gleich gebeten, ein Foto von uns zu machen.

Alles in allem war es ein total entspannter Szenenwechsel und es war sicher nicht unser letzter Ausflug nach Port A.

Mein geheimstes Geheimrezept

Heute möchte ich gerne mein geheimstes Geheimrezept mit euch teilen. Das von meinem superguten Brot. Es geht ganz einfach. Ich nehme zwei Gläser Mehl, meistens eines Roggenmehl, eines Weizen. Manchmal auch weniger Mehl und dafür irgendwelche Nüsse oder Kerne. Und dann kommt so viel Sauerteig dazu, dass das Starter-Häferl fast leer ist. Und so viel Wasser, bis es passt. Und Salz. Und ein paar Kräuter wenn ich Lust drauf habe. Oder auch mal Chocolate Chips. Aber die nur, wenn keine Kürbiskerne oder so drinnen sind.

Und dann lass ich das Ganze stehen, nachdem ich es verrührt habe. So einmal die Stunde behandle ich es liebevoll (stretch and fold, heißt das). Es ist Sauerteig, in diesem Fall ist “aufgehen” eher Einbildung, glaube ich, aber nach vier oder fünf Stunden gehen reicht dann auch mal.

Manchmal teile ich jetzt den Teig in die Hälfte und mache aus einer Hälfte ein Nussbrot oder so. Dann lasse ich das Ganze im Gärkörchen oder der Schüssel nochmal stehen. Oder ich gebe es über Nacht in den Kühlschrank. Danach wird es gebacken. Meistens eines in der Gusseisenpfanne und eines auf dem Blech. Dabei geht es auf oder auch nicht. Machmal reißt die Kruste auf, manchmal wird es schön.

Was will ich damit sagen? Ich probiere einfach herum! Es gibt so viele tolle Brotbäcker dort draußen, die das viel besser können als ich. Schaut euch deren Videos an und dann macht einfach. Ich denke mir, die Menschheit bäckt vermutlich länger Brot mit Sauerteig als es Waagen und Joghurtbereiter gibt. Und mein Ergebnis schmeckt mir. Jedes. Mal. Manchmal sind die Brote so schön, dass ich sie auch verschenke. Aber ich kann es nicht garantieren.

Ich glaube nicht, dass man beim Backen viel falsch machen kann. Und wenn man ein wenig geübt hat, kann man sich an Autolyse, Mahlgrade , no knead, scoring, und andere Feinheiten herantasten. Bis dahin, einfach ran an den Teig und Spaß haben.

Wo ich viel gelernt habe: Lutz Geißler (das tollste Lexikon und fantastisches Wissen), Artisan bread with Steve (man braucht keinen dutch oven für gutes Brot!), Pro Home Cooks (ah, Bäckerprozente! Das vereinfacht das Leben) und natürlich Frau Schöberl vom Kneipp Verein. Danke! Fazit: Tolles Brot wie vom Bäcker hängt von ganz viel Können und Erfahrung ab, tolles Brot wie vom Diskonter hängt vielleicht ein bissel mehr von Chemie ab, aber mein super gutes Brot hängt davon ab wie viel Freude ich beim Machen hatte.

Vermischter April

Nachdem der gesamte April unter die “stay at home”- Order gefallen ist, ist dementsprechend wenig passiert. Bevor wir vor Langeweile gestorben sind, haben wir lustige Videos gedreht, viel gekocht und viel gebacken. Hier ein Querschnitt.

Als Klopapier noch “in” war, haben wir unseren kleinen Thriller gedreht. Keine Angst, bei den Dieben handelt es sich um Nicholas und Johanna.

Zum Glück habe ich schon immer gerne selbst Brot gebacken. In Amerika hat das wieder einen neuen Stellenwert bekommen, und während Corinna ist der Bedarf plötzlich sprunghaft angestiegen. Germ gibt´s keine, aber zum Glück gibt es ja Sauerteig.

Unser Osterfeuer ist heuer etwas klein ausgefallen, aber das macht nichts. Im Hintergrund sind die Kids fleißig beim “einedrahn”.

Mathias von der NÖN hat gefragt ob ich ein paar Worte über unsere Lage in Amerika schreiben will. So eine nette Bitte kann man ja schwer ablehnen. Herausgekommen ist dieser Artikel links. Vielen Dank. In Österreich sah es auch so aus, oder? Warteschlangen vor den Geschäften, Lernen zu Hause, selbstgehäkelte Schutzmasken. “The new normal” ist ganz schön anders als das bisherige Normal…

Was hat dich am meisten gestört an der Quarantäne? Ich überlege gerade, denn mir persönlich hat das Meiste daran gut gefallen.

Heuer das dritte Mal in Folge, und das erste Mal in bunt! Box Braids für meine Maus. Ich habe vorher meinen Think-Tank angezapft und die hiesigen Freundinnen gefragt, ob es vertretbar ist, als weißes Mädel eine “schwarze” Frisur zu haben. Die Rückmeldungen waren bis auf eine positiv, aber auch die Mama von zwei schwarzen Mädels hat im Endeffekt gesagt, es ist okay. Sei´s drum. Keiner sieht es, ich vereinnahme deswegen keine Kultur, und wenn eine Japanerin ein Dirndl anzieht, ist es auch egal.

Vermischter März

In der Schule von Johanna wird ja viel Lustiges gemacht. Auch diese Woche wieder. Es ist die letzte Woche vor Springbreak und „Apex“ ist hier. Ich habe leider nicht ganz durchschaut, wie dieser Fundraiser funktioniert, aber jeden Tag gibt es in der Klasse eine Aktivität. Jeder Tag steht außerdem unter einem anderen Motto zum Thema „Leadership“. Und als Belohnung können die Kinder, je nachdem wie viel Geld sie bisher gesammelt haben, entweder ihre Lehrerin in Klopapier einwickeln (jaja, da wussten wir noch nicht wie wertvoll das mal sein wird), einen Film schauen, oder sie bekommen individuelle Preise. Heute Donnerstag, findet der FunRun statt. Pro Runde hat Johannas Klasse von uns 1,50 Dollar versprochen bekommen. Johanna beendet 72 Runden. Zum Glück ist die Maximal-Zahl zu bezahlender Runden 36…

Der letzte Schultag vor den Ferien soll für Nicholas ein kurzer werden. Für die letzten drei „Stunden“ ist Tiger Day angesagt. Wir haben bereits unsere Spende von zwei Paletten Dr. Pepper abgeliefert, und Nici freut sich schon auf diverse Hüpfburgen und andere Stände. Für Essen, Trinken und Spaß in rauen Mengen ist gesorgt. Doch leider kommt es anders. Am Donnerstag Abend beschließt der Austin Schuldistrikt, die Schüler einen Tag früher in springbreak zu schicken.

Das “South by Southwest” Festival sowie die MotoGP sind bereits abgesagt. Obwohl es in Travis County (Austin) bis 12.3. nur zwei bestätigte Fälle gab, wurden hier schon sehr früh Maßnahmen gestetzt.

Leider gibt es aber nach wie vor keine einheitliche Vorgehensweise gegen das Corona-Virus, nicht einmal Bundesstaaten-weit. Aus Österreich fragen ein paar Freunde, ob wir zurück kommen oder ob wir in Amerika bleiben. Aber wir sitzen das hier aus. Bei diesem Ausblick nicht schwer. Oliver macht homeoffice, die Kinder haben eine Woche Ferien, und schauen wir mal wie es danach weitergeht.

In den Ferien wird schnell deutlich, dass die erzwungene gesellschaftliche Pause wohl länger dauern wird als zunächst gedacht. In weiten Teilen der Vereinigten Staaten steigen die Zahlen der Erkrankten sprunghaft an, die Lücken im Gesundheitssystem sind bald offensichtlich. In Travis County gibt es mit Stand 31. März 206 bestätigte Fälle von Covid19 und zwei Todesopfer.

Disneyland wurde am 13. 3. gesperrt, Flüge gecancelt und Lebensmittelgeschäfte haben kürzere Öffnungszeiten und Warteschlangen. WC-Papier ist das Wort der Stunde. Wir sind entspannt, halten Abstand zu anderen Leuten und genießen die unverhoffte gemeinsame Zeit. Ein paar Beispiele unserer Kreativität haben wir hier für euch gesammelt. Außderm haben wir Nicholas´ 13 Geburtstag gefeiert, mit Party im engsten Familienkreis.

Nicholas erfindet die Mini-Posaune

Trip to Waco

Auch Oli darf mal fahren

Wir wurden das erste Mal von „unserem“ State Trooper im Capitol auf Waco aufmerksam gemacht. In dieser sehr interessanten Stadt befindet sich nämlich die „Texas Ranger Hall of Fame and Museum“. Und das Dr Pepper Museum. Ich liebe dieses Cola-Getränk, seit ich es 1996 in New York kennen gelernt habe. Kurz bevor wir nach Waco abgedüst sind, habe ich noch den Tipp bekommen, bei „Magnolia“ vorbei zu schauen. Und außerdem habe ich beschlossen, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Darum heißt es dieses Wochenende für uns: Erst mal ab nach Killeen, einen neuen Front-Grill für meinen Jeep abholen. Der bisherige „angry grill“ ist nicht ganz mein Stil, darum wird er gegen einen Standard Grill getauscht. Das ist eine Sache von zwei Minuten und das Tauschgeschäft wird zur beiderseitigen Zufriedenheit abgeschlossen. Dass der neue Grill nicht ganz das gleiche Rot wie der Rest des Wagens ist, stört mich wenig. Sagen wir mal, es trägt zur Personalisierung meines Little Big Red bei. Ich hoffe, es wird kein Nachteil sein wenn wir das Auto nächstes Jahr verkaufen müssen.

Nachdem dieser Tagesordnungspunkt abgeschlossen ist, geht es weiter auf die Fahrt nach Waco. Die Strecke ist wenig idyllisch, nur Autobahn zwischen Städten. Weit und breit keine Kühe und keine Landschaft. Zum Glück sind wir mit Musik auf die mehr als zweistündige Autofahrt vorbereitet.

Der erste, zufällige, Stopp ist ein Aldi, inklusive Wagerlpfand, wie lustig! Ah, Heimatgefühle, auch wenn er bei uns in Österreich „Hofer“ heißt. Es gibt auch tatsächlich eine ganze Menge der üblichen Sachen. Aber erstens kaufe ich auch in Österreich nicht viel bei Hofer, und außerdem bedeutet „mit Jeep unterwegs sein“ eingeschränktes Kofferraumvolumen. Darum fällt der Kaufrausch eher verhalten aus.

Nächste Aktivität ist das Doktor Pepper Museum. Dieses befindet sich in der ehemaligen Abfüllhalle des Herstellers. Es gibt ein paar fun facts zu Lernen, ein paar Sachen zu Verkosten und natürlich etwas zu Kaufen. Alles in allem ganz nett, man merkt, dass das Personal hauptsächlich aus Freiwilligen besteht, die das Museum mit Leidenschaft unterstützen. Nachdem es „nur“ um einen Softdrink geht, wundert es mich, dass wir doch insgesamt drei Stunden im Museum verbringen, aber so ist es.

Laut Plan ginge es jetzt weiter zur Texas Rangers Hall of Fame. Aber weil der „Magnolia Market“ in Gehweite ist, machen wir zuerst das. Es ist ein sonniger warmer Tag, und das Wetter ist somit perfekt für einen Nachmittag auf dem großen Rasen vor den Silos.

Gästebucheintrag aus Österreich

Ich kenne die Serie „Fixer Upper“ nicht, durch die Chip und Joanna Gaines bekannt wurden. Aber wer Home Design und DIY liebt, der hat vermutlich schon einmal von Ihnen gehört. Zur Anlage gehören neben erwähntem Rasen ein Food Truck Court, zwei alte (derzeit noch unbenutzte) Silos, eine Bäckerei (mit Warteschlange bis ums Eck) sowie natürlich der große Magnolia Market. Der ist sehr edel, sehr gefüllt und sehr teuer. Wir bleiben lieber auf dem grünen Kunstrasen sitzen und genießen die Sonnenstrahlen. Ja, ist eh schön dort, aber ich fürchte, mir fehlt einfach die Liebe zum Einrichten. Der Garten ist sehr schön, merken wir, als wir nach zwei Stunden wieder gehen und dann von außen sehen, was wir innen verpasst haben. . Wir kommen abends bei Nach-Recherche darauf, dass Magnolia Market morgen, Sonntag, geschlossen hätte und sind im Nachhinein froh, dass wir diesen Programmpunkt auf heute vorgezogen haben.  

Jetzt geht es mal ins Air BnB, das in einer „Man Cave“ eingerichtet ist. Das ist zumindest sehr authentisch, und unsere Hosts sind es auch. Nachdem wir es weder schaffen, die Klimaanlage noch die Bier-Leuchtreklamen abzudrehen, ist die Nacht eher unruhig. Die Kinder auf den Luftmatratzen sind auch schon früh munter. Wir hängen dann noch ein wenig herum und überlegen, ob wir heute noch zu den Texas Rangers gehen sollen, entscheiden uns aber dagegen, weil wir Nachbarn zu Hause zum Essen eingeladen haben und vorher noch einkaufen gehen müssen. Außerdem hat uns die in Texas am ersten März-Wochenende stattfindende Zeitumstellung eine ganze Stunde gefladert. Also ab Richtung nach Hause. Dort klang der Abend noch in sehr netter Gesellschaft aus. Ganz kurz wird auch ein neuartiger Virus erwähnt, aber wir sind alle happy und entspannt. Nur noch eine Woche Schule, dann kommt spring break und wir haben eine Woche Ferien! Yeah!