Busy, busy

Freie Wochenenden sind derzeit sehr spärlich gesät, da Oliver in der Firma sehr eingespannt ist. Umso mehr versuchen wir in einen Tag hineinzupressen, wenn er mal frei hat. Dieser Samstag war so einer.

In Amerika gibt es ja viel Drive Through. Beim Fast Food ist es ja hinlänglich bekannt, mittlerweile gibt es auch schon in Österreich drive through-Bankomaten, aber drive through Banken und Apotheken habe ich bisher nur hier gefunden. Und ganz neu für mich, und hier nicht nur seit Corona beliebt: Drive Through Impfungen. Mit einer Influenza-Impfung fing der Samstag für Oliver und mich schon mal gut an.

Vor der Impfung wird alles penibel kontrolliert, damit auch ja nichts schief geht.

Wer glaubt, dass es dadurch schneller geht, irrt übrigens. Es hat uns über 90 Minuten gekostet, dran zu kommen. An dieser location wurden übrigens ca. 200 Leute geimpft an diesem Samstag.

Und weil wir schon im Auto saßen, ging es gleich weiter. Der Mount Bonnell wurde uns von mehreren Nachbarn empfohlen. Nach einem ganz kurzen, aber steilen Fußweg wurden wir mit malerischem Ausblick auf den Lake Austin und seine Millionen-Villen am Ufer belohnt.

Der Lake Austin ist, so wie der Lake Travis auch, ein aufgestauter Teil des Colorado Rivers, was seine Form erklärt.

Ganz in der Nähe befindet sich der Mayfield Park und Cottage. Dieses pittoreske Stückchen Land war ein privater Sommerwohnsitz, bis es der Stadt Austin geschenkt wurde. Natürlicher Wald, gemischt mit exotischen Palmen, sowie ein über die Jahre liebevoll angelegter Garten bieten Augenschmaus für Große und Kleine. Besonders die Koi-Teiche und die Pfaue haben es unseren “Kleinen” angetan.

Nach dem Augenschmaus noch ein Gaumenschmaus beim Tex-Mexikaner unserers Vertrauens, “Chuy´s“, mussten wir noch ein bisschen Arbeiten. Okay, das ist vielleicht übertrieben. Wir hüten die Katzen unseres Nachbarn während diese auf Urlaub sind. Nach Füttern, Spielen und Kuscheln durften die Kids dann noch in deren Pool hüpfen.

Aber danach war´s genug Unterhaltung für heute. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

Amerika ist ein weites Land

Der August war ein ziemlich langweiliger Monat. Doch er endete mit einem Höhepunkt unseres bisherigen Aufenthalts in Amerika. Kurzentschlossen haben wir mit unseren Nachbarn und einem weiteren Freund beschlossen, nach Santa Fe zu fahren. Um die lange Reise aufzubrechen, wurden zwei Stopps eingeplant.

Unser erster Stopp nach vier Stunden war die 4B Ranch. Ben Brooks besitzt ein Paradies, in dem sich die Kinder gleich wohl fühlten. Platz so weit der Blick reicht, Tiere, Gefährte, ein tolles Haus mit Cantina, und genug Freunde um immer jemanden zu haben, der mit einem Unfug treibt. (Kleiner Hinweis zur Navigation: Fotos in einer Galerie gehen immer in diesem Fenster hier auf!)

Leider musste Oliver zu Hause bleiben, weil er jeden Tag ins Büro musste. Und auch die mitreisenden Erwachsenen waren fleißig am remote-arbeiten. Aber das hielt die Kids nicht davon ab, Spaß zu haben. Bereits am nächsten Tag ging es weiter, aber weil der Kurz-Besuch bei Ben viel zu kurz war, wurde ausgemacht, dass wir am Rückweg wieder stehen bleiben. Doch jetzt ging es erstmal weiter nach Ruidoso, New Mexico.

6,5 Stunden Autofahrt durch schnurgerade Wüste. Ich hätte es mir nicht gedacht, aber so viel Weite ist trotz der Abwesenheit von Hinguckern ziemlich interessant. Auf jeden Fall regt es zum Nachdenken und Assoziieren an. Die Kids waren dank Hund und Elektronika auch sehr friedlich.

Erst kurz vor unserem Ziel wurde das Gelände anders, sehr bewaldet und gebirgig. Wir sind in den berühmten “Sierra Blanca“-Bergen. Ruidoso ist auch ein beliebtes Wintersportgebiet. Während Oliver in dieser Woche in Austin bei heißen Temperaturen bis spät in die Nacht schwitzte, kuschelten wir uns abends in unsere Westen und genossen den Ausblick von unserer herrlichen Terasse. Das Harper-Haus war etwas exzentrisch, die Kinder haben es genossen! Zur Unterhaltung gab es nicht weit entfernt einen Skate-Park, und sonst wurde in Haus und hottub gechillt.

Nach zwei Tagen in diesem Bergdorf ging es weiter nach Santa Fe, der Hauptstadt von New Mexico. Die Landschaft wurde wieder beeindruckend flach. Nach nur wenig mehr als drei Stunden erreichten wir unser Ziel. Ein kleines Adobe Haus mit dem schönen Namen “Mariposa” (noch jemand, der bei diesem Namen an “Barbie” denkt? Furchtbar.) Auch dieses Haus ist wieder sehr unkonventionell, mit einem fantastischen klimatisch angepassten Garten. Nach ein wenig Hin und Her haben auch alle Reisenden einen Schlafplatz gefunden. Und zum Glück gibt es auch in Santa Fe Skate-Parks.

Ein Tagestrip führte uns an den Rio Grande. Dieser Fluss ist auch geologisch sehr interessant, denn er ist nicht durch Erosion entstanden, sondern durch einen Riss. Dass ich mit diesem Wissen jetzt angeben kann, liegt an unserem sehr kompeteten Bootsführer der Santa Fe Rafting Company. Unser Rafting-Ausflug führte uns durch den “Race-course” Teil des Rio Grande. Hier ist schon Albert Einstein “baden gegangen”. Der Wasserstand ist Ende August allerdings sehr niedrig. Das macht den Kurs nicht rasanter, aber technisch anspruchsvoller. Und der andere große Vorteil ist, dass durch die relative Ungefährlichkeit alle Kids in dem einen Boot sitzen können und die Erwachsenen im anderen. Eine großartige Gruppenbildungs-Aktivität!

Auf der Rückfahrt nach Santa Fe werden wir wieder mit malerischer Landschaft verzaubert.

Am nächsten Tag geht es zu einem Stadtbummel. Santa Fe gilt als Hochburg für Kunst. Zahlreiche Galerien, Museen und Shops zeigen oder verkaufen Malerei, Keramik, Schmuck und sonstige schöne Dinge. Vieles davon ist von der Kultur der Native Americans beeinflusst, aber auch der spanische Einfluss ist klar erkennbar. Nicht nur in der gegenständlichen Kunst, sondern auch in der Architektur der Hauptstadt.

Ein paar fun facts: Santa Fe liegt auf über 2.100 Metern Seehöhe (im Vergleich dazu Innsbruck: 574m) und der vollständige Städtename lautet “La Villa Real de la Santa Fe de San Francisco de Asís”.

Viel zu kurz ist auch hier der Aufenthalt. Ich hätte gerne das Georgia O`Keefe Museum gesehen, oder ein pueblo besucht. Ich bin zwar kein Spieler, aber ein Casino wäre vielleicht einen Ausflug wert gewesen. Sicher hätte ich auch noch die eine oder andere Rad-Runde gedreht oder wäre wandern gegangen. Aber geht nicht alles. Außerdem lockt uns noch die Aussicht auf Ben´s 4B Ranch, zu der wir am nächsten Tag aufbrechen.

Die Fahrt zurück nach Texas führt uns diesmal durch das kleine Städtchen Roswell. Das erlangte internationale Bekanntheit durch einen angeblichen UFO-Absturz im Jahre 1947 und die dadurch angeheizte Verschwörungstheorien und wissenschaftliche Weltraum-Forschung.

Doch Roswell war noch nicht mal die Hälfte der Strecke. Wir hatten drei Stunden hinter uns, aber noch fünf Stunden vor uns. Und wieder – endlose Weiten. Kein Wunder, dass das UFO hier abgestürzt ist. Der Pilot ist vermutlich vor Langeweile eingeschlafen. Nein, sorry. Es ist echt wunderschön, aber schön langsam ermüdet mich Autofahren durch wunderschöne Gegenden. Man kann auch mal genug nachgedacht haben. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die Fahrer, die uns alle sicher von A nach B und C und D und E….

Wir sind zurück auf Ben´s Ranch und es erwartet uns ein volles Programm. Zuerst geht es zum Nachbargrundstück, wo ein alter Silo zum Schwimmbecken umfunktioniert wurde. Danach zum malerischen Fotoshooting, wo die Hauptrolle wieder der Landschaft gebührt und wir Winzlinge nur Statisten sind. Und der Höhepunkt folgt bei schwindendem Tageslicht. Der fachgerechte Umgang mit Waffen. Wir haben im Vorfeld geklärt, dass meine Zwei und ich nicht jagen, aber auf statische Ziele schießen finde ich okay. Ich bin da ja sehr zwiegespalten. Ich verstehe die Faszination, möchte auch mit Respekt und Know-how mit diesen Geräten umgehen können. Gleichzeitig bringen Waffen in vielen Fällen nur Tod und Verderben. Deppert. Ich weiß, mich fasziniert schießen, und gleichzeitig wünschte ich mir, es wäre nicht so. Schreib mir gerne in den Kommentar was du davon hältst. Nichts desto Trotz möchte ich auch meinen Kindern erlauben, unter professioneller Aufsicht einmal zu schießen. Und bei Ben fühle ich mich sicher.

Der Abend klang sehr ruhig auf der Terasse aus. Am nächsten Tag gab es nur noch ein rasches Frühstück und ein wenig herumblödeln auf dem Polaris. Und danach, du errätst es vielleicht, nicht ganz vier Stunden Autofahrt durch wunderschöne Landschaft zurück nach Austin.

Vermischter August

Wasser, Sonne, Klippen. Was braucht man mehr.

Unser 15. Hochzeitstag! Zumindest können wir sagen, wir werden miteinander schön langsam alt… “Gefeiert” wurde sehr unglamourös bei einem Frühstück im Waffle House.

Mäuschen lächelt jetzt mit Zahnspange. Aber lässt mich sie dabei nicht fotografieren.

Dafür aus der Reihe: “Tiere, vor denen ich mich tendeziell grusele, sie aber trotzdem faszinierend finde”: Eine Gottesanbeterin im Trampolin.

Aus der gleichen Reihe: Eine Zikade, und eine Hülle, die zurückbleibt, wenn besagte Zikade wächst und sich häutet.

Vermischter Juli

Der Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung wird gleich zweimal gefeiert. Gefeuert wird sowohl am 3. als auch am 4. Juli. Spannendes zum Hintergrund dieses Feiertages findet ihr in in diesem Video. Am Freitag knallt es ein wenig in unserer Straße, doch am Samstag abend geht es richtig rund in diesem schönen Haus. Wir beteiligen uns ein wenig an dem Spektakel, aber ich verabschiede mich frühzeitig, dieser Krach ist nichts für mich.

Schräger Fund des Monats: Das Outdoor-Warehouse “Cabela´s“. Neben allem, was mit Jagen, Fischen, outdoor, etc. zu tun hat, findet man hier auch sehr viele tote Tiere. Gruselkabinett einmal anders.

Aus der Reihe “Interessantes Tierreich”: Der Eastern Hercules Beetle, der uns auf einem Abendspaziergang entgegen gekommen ist. Er wirkt nicht sehr elegant, wenn er auf der Straße herumkraxelt, aber angeblich kann er gut fliegen. Die Schlüssel habe ich für einen Größenvergleich dazugelegt. Ich gebe es zu, ich wollte das gehörnte Käferchen nicht auf die Hand nehmen…

Wer nach Sehenswürdigkeiten in Austin sucht, wird schnell auf die 1,5 Millionen Mexican freetail Fledermäuse stoßen. Diese wohnen unter der South Congress Brücke und kommen jeden Tag gegen Sonnenuntergang heraus um Futter zu suchen. Leider haben wir davon keine guten Fotos machen können, aber der Sonnenuntergang war schön

Der Inbegriff des Entspannens für mich: ein Buch, keine Massen an Leuten, fröhliche Kinder, die etwas weiter weg ihren Spaß haben und das gemütliche Plätschern eines Baches. Alles das durften wir auf dem Grundstück einer Freundin unserer Nachbarn erleben. Sie hat zirka 10 Hektar Land am Bear Creek. Auf dem knapp 800 Meter langen Flussabschnitt waren wir kajaken und haben dabei den Kühen im Wasser zugeschaut. So entspannend. Hier ein kurzes Video dieses sehr ruhigen Samstags. Vielen Dank an unsere Nachbarn Kelli und Mike (mit Cole), die mit uns diesen Tag verbracht haben.

Einer unserer Nachbarn hat uns eine Texas-Flagge geschenkt. Bisher hingen auf unserer Porch abwechselnd die Flaggen Österreichs und Südafrikas, und jetzt, ganz passend, eben Texas. Ich will euch das Ergebnis des Foto-Shootings nicht vorenthalten.

Im Farbenrausch, wieder einmal. Mein Großer mit Merman-Hair und meine Maus, direkt konservativ, schwarz-blau.

Zum Drüberstreuen, einfach, weil es so schön ist, ein slo-mo-Video von fallendem Parmesan auf selbstgekochte Spaghetti (Video Copyright Nicholas).

https://youtu.be/EgvuEnHf5d8

Wenn du Nicholas kennst, weißt du vielleicht, dass dieser Junge tiefenentspannt ist. Was ihn zum idealen Reisebegleiter für Einzelkinder macht. Er darf fünf Tage mit unserem Nachbarsburschen Cole in das Mini-Örtchen Port O`Connor fahren. Eine kleine zu Hause bleibende Maus wird mit Cowgirl-boots und einer Reitstunde ruhiggestellt, und das gefällt ihr auch sehr gut.

Pack die Badehose ein….

Picture taken from link

Was für den Berliner der Wannsee, oder für die Wiener der Neusiedlersee, ist für den Austinite Lake Travis. Ein Urlaubsparadies in unmittelbarer Nähe. Der kleine Unterschied ist vielleicht, dass der „Lake“ Austin im Grunde ein aufgestauter Teil des Colorado River ist. Aber das tut seiner Schönheit keinen Abbruch. Der See bedeckt knapp 77 Quadratkilometer. Das ist zwar weit entfernt von der Größe des Neusiedlersees (320qkm), aber dafür fast viermal so groß wie der Wörthersee (19,39 qkm)

Auch dieses Mal sind Nachbarn an unserem Vergnügen beteiligt. Oder, schuld, kann man auch sagen. Ich bin kein Fan von Booten, aber wie mir ein lieber Freund gesagt hat: „Ein wenig Opferbereitschaft ist auch nicht schlecht“. Also, ab aufs Boot mit uns. Für fünf Stunden dürfen wir uns auf dem Wasser bewegen bevor wir wieder an Land gehen müssen.

Ja, was macht man fünf Stunden auf einem Boot? Für das leichtere Denken haben wir genug Flüssigkeiten für alle mit, sowie genug Verpflegung für, genau, fünf Stunden. Doch entgegen meiner Befürchtung wird mir gar nicht fad. Nachdem unser Gefährt nicht untermotorisiert ist, machen wir uns den Spaß und ziehen mit hoher Geschwindigkeit die Kinder auf einem Ring hinter uns her. Und auch mal mich. Das geht ganz schön in die Arme, das Festhalten. Nachdem es auf dem Boot ziemlich laut ist, bin ich ganz überrascht, wie leise es auf dem Ring ist, obwohl man mit ordentlich Tempo über die Wellen rauscht. Über uns kreisen Geier, was ich für kein gutes Zeichen halte.

Kurz machen wir auch Stopp bei den Klippen, wo die Kinder furchtlos ins Wasser hüpfen. Diesen Spaß mache ich aber nicht mit, da sind mir zu viele Zuschauer. Während wir zwischendurch gemütlich durchs Wasser schippern ist Zeit und Muße, die Häuser am Seeufer genauer anzuschauen. Da gibt es von Appartement-Blöcken bis zu Millionenvillen alles zu sehen. Unser Kapitän Mike ist ein erfahrener Bootsführer und zeigt uns die schönstens Stellen. Wir ankern an mehreren Plätzen um zu essen und zu trinken ohne auszuschütten.

Nach einem kurzen Abstecher zu dem berühmten Party Spot “Devils Cove” ist die Zeit auch schon wieder um. Leider werden wir nicht mit einem der berühmt-spektakulären Sonnenuntergänge am Lake Travis beehrt. Doch auch irgendwie malerisch: Die Geier ziehen sich auf ihre Schlafplätze zurück, um zu schauen, ob sie morgen bessere Ausbeute machen.

Stadtentwicklung

Das unspektakuläre Loch im Bach “Jacob´s Well” füttert den Cypress Creek, einen Flusslauf, der in den Blanco River mündet. Sowohl Ursprung als auch Ende sind in Wimberley, einer kleinen pittoresken Gemeinde in Hays County, zirka 25 Meilen von Austin entfernt.

Nachdem ein Teil des Augebietes für Wohnbau verkauft werden sollte, hat die Gemeinde mit Hilfe ihrer Bürger das Land gekauft, um es in seinem natürlichen Zustand allen zur Verfügung stellen zu können. Aus diesem Projekt ist der “Blue Hole Regional Park” entstanden. Der Cypress Creek ist aber nicht nur für Wimberley wichtig, sondern ist, als Teil eines gigantischen Wassersystems, für die gesamte Region unersetzlich. Riesige Zypressen stehen am Ufer dieses Baches, und es ist leicht, auf der Liegewiese einen Schattenplatz zu finden. Leider haben wir es auch diesmal nicht geschafft, den rundum liegenden Park zu erkunden. Ehrlich gesagt, ist mir bei fast 40 Grad Celsius aber auch zu warm zum Wandern.

Wir genießen lieber wieder das glasklare Wasser und die entspannte Stimmung. Aufgrund der Zugangsbestimmungen und des Buchungssystems ist es nicht überlaufen. Während bei Krause Springs mehr die Party People abhängen, sind es hier vor allem Familien mit Kindern. Ich glaube, ich habe meinen neuen Lieblingsplatz gefunden. Wie schön, dass es Gemeinden gibt, wo von den Politikern aus ein schützenswertes Stück Erde nicht für den raschen Profit verscherbelt wird.

Kleines, tiefes Loch

Manchmal überkommt mich die Lust, etwas Verrücktes zu tun. Etwas potentiell Gefährliches. So etwas wie Achterbahn fahren. Der Rausch des Adrenalins, wenn es in die Tiefe geht. Der Rausch der Tiefe hat uns auch heute erfasst, nämlich in Jacob´s Well. Diese Quelle ist einfach ein Loch in einem Bach. Das klingt unspektakulär, verstehe ich. Aber es ist ein verdammt tiefes Loch, und es hat auch schon so einigen Leuten das Leben gekostet. Seit Ende der 70er Jahre zumindest sieben oder acht.

Und in genau dieses Loch springt Johanna. Sie ist nicht die einzige. Es sind ungefähr zehn Leute hier, denn das Planschen in der Quelle ist nur mit Reservierung erlaubt. Dank Corinna ist die Zahl der möglichen Besucher auf derzeit 30 beschränkt, aber so viele werden es heute nicht werden.

Der Nicht-Badewart erzählt ein wenig von vergangenen Fluten, als die Quelle durch Geröll so zugeschüttet wurde, dass in den 50er Jahren ein kleines Wehr errichtet wurde. Das stört zwar etwas den naturbelassenen look des Baches, aber es hält seitdem die Quelle offen. Pro Stunde bahnen sich hier tausende Gallonen Wasser ihren Weg in den Cypress Creek. Was das für eine Flut gewesen sein muss…

Wenn man das erste Mal über dieses Loch schwimmt, ist es etwas gruselig. Überall ist der Bach höchstens hüfthoch, hier geht es immerhin mehr als 7 Meter hinunter. Und das ist erst der Beginn eines Höhlensystems, dass bisher zu einer Tiefe von beinahe 100 Metern erforscht wurde. Das Wasser ist glasklar und hat eine konstante Temperatur von 20 Grad Celsius, was besonders im Sommer angenehm ist.

Nicholas nimmt einen etwas höheren Felsen in Angriff. Im Video sieht man gut, wie klein das Loch eigentlich ist. Sein flip bringt ihn ganz schön nahe an den Rand des Abgrunds. Ich versuche, mit einer Kerze so tief wie möglich zu tauchen. Das ist gar nicht so leicht bei so viel Gegenstrom. Außerdem ist meine Kerze nicht ganz gerade, darum stoße ich mit den Füßen bald an den weich bewachsenen Felsen. Es ist ein ruhiger Ort. Außer diesem Loch gibt es hier nur viel Wald, und ein kleines Stückchen Fluss. Aber das Loch ist spannend. Seine Tiefe, seine Geschichten, und seine unergründlich blaugrüne Farbe.

Vermischter Juni

Für alles, was keinen eigenen Artikel bekommt.

Neuer Monat, neue Farbe am Kopph. Kombiniert mit einem Ausflug zu viert zum Typhoon Texas.

Mein Little Big Red schon wieder als Retter in der Not? Damit das nicht zur Gewohnheit wird, hat sich Oliver daraufhin eine neue Batterie gekauft. Und ein Service ausgemacht. Und wurde darauf aufmerksam gemacht, dass sein Auto in seinem ganzen Leben noch kein Service bekommen hat! Das kostet ihm eine ganz schöne Stange Geld, aber dafür ist´s erledigt.

Wir haben wieder einen perfekten Badeplatz gefunden. Der Blue Hole Regional Park in Wimberley ist klein, aber fein. Das Wasser ist glasklar und sehr erfrischend, ein Seil vom Baum am Ufer aus sorgt für Spaß. Außerdem gibt es noch eine Wiese und ein paar Steinbänke. Rund um diesen kleinen Flussabschnitt gibt es noch einen Park zum Spazierengehen, aber das heben wir uns für den nächsten Besuch auf.

Wer will denn hier zum Küchenfenster rein? Eine Anolis Carolinensis, oder Rotkehlanolis. Er ist ein häufiger Gast vor unserem Fenster. Leider sind meine Fotokünste zu schlecht, sonst würde ich euch auch einen Rotkardinal zeigen, oder die süßen Kolibri, die wir häufig sehen.

Nachdem die Ferien ohne Camps, ohne Lager, ohne Ferienbetreuung ein wenig langweilig sind, und zwar nicht nur für unsere Kinder, hat eine Mama eine Betreuung zu uns geholt. Drei Cheerleader der lokalen James Bowie Highschool zeigen unseren Girls wie man Stimmung macht. Cheerleading ist “serious business” in Texas. Die populäre Serie “Texas Cheer Moms” zeigt das sehr deutlich auf. Es gibt sogar einen Fall, wo eine Mutter die Mutter einer Konkurrentin ihrer Tochter umbringen lassen wollte, damit das andere Mädchen aufhört. Aber zum Glück spielt sich bei uns alles harmlos ab.

Wen amerikanische Geschichte interessiert, dem kann ich die History-Channel Serie “Texas Rising” empfehlen. Gibt es (zumindest hier) gerade gratis mit Amazon Prime Video.

Wasser + Erde = teurer Spaß. Leider hat unser kurzer Gatsch-Hupfer meinen Jeep lahmgelegt, jetzt steht er wieder mal beim Mechaniker, weil das “Check-Engine-Light” nicht nur leuchtet, sondern blinkt.

Die Zahlen der an Covid19 (oder liebevoll, Corinna) Erkrankten ist in den letzten zwei Wochen sprunghaft gestiegen, vermutlich eine Folge der raschen Lockerungen und schnellen Öffnung von Geschäften und Restaurants in Texas. Darum wurde alles wieder sehr stark zurückgefahren und wir befinden uns mehr oder weniger wieder dort, wo wir Mitte März waren. Nur nicht mit den Krankheitszahlen, da befinden wir uns nämlich wesentlich höher. Nachdem vermutlich auch die Schule im August nicht wieder so anfangen wird wie es vor Corinna war, überlegen wir “Alcanza-Moms” Alternativen, wie Privatlehrer, für unsere Kinder. Spannend. Schule, neu gedacht. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Gutes Tun und dabei Freude haben

Wer sich ein wenig umschaut, wird merken, dass die Möglichkeiten, um anderen etwas Gutes zu tun, fast unendlich sind. Oder, unendlich. Nach oben hin gibt es kein Limit. Ich habe das Gefühl, dass es in Amerika aber noch stärker auf die Gemeinschaft ankommt, dass es einfacher ist, sich irgendwo zu engagieren. Oft, so wie diesmal, sind es kleine Projekte, die zum Mitmachen einladen.

Unsere Nachbarin Kelli hat über Austin Allies eine nette Gelegenheit gefunden, auch die Kinder am sozialen Gedanken teilhaben zu lassen. Wir verbringen gemeinsam einen Vormittag um Töpfe und Leinwände zu bemalen. Dabei gibt es genaue Anleitungen, wie das fertige Produkt ausschauen sollte. Denn schlussendlich sollen die Blumentöpfe und Bilder richtige Zimmer schmücken. Richtige Zimmer in richtigen Häusern für Leute, die vorher kein richtiges Zuhause hatten. Obdachlose gibt es sehr viele in Austin, und darum baut Communities First auf einem 20 Hektar großen Grundstück leistbare Wohneinheiten für ehemalige Obdachlose. Alle Möbel werden gestellt, aber für den persönlichen Touch fehlt noch ein wenig etwas. Während mit Farben gekleckst wird, ergeben sich Gespräche über Zuhause, über das Helfen, über Obdachlosigkeit, und ich glaube, das ist fast so wichtig wie das künstlerische Endprodukt.

Erde + Wasser = ?

Wir brachten meinen Jeep in seine natürliche Umgebung, und das ist off-road. Wir sind das zweite Mal mit Little Big Red im Gelände, diesmal mit großen Reifen und einem 2,5 Zoll lift. Da lässt sich die swaybar mit einem Clip fixierien bzw. lösen, das können wir sogar alleine. Auch das “air down” der Reifen geht mit dem passenden Werkzeug ruck zuck und ohne zu raten wie viel Druck noch drinnen ist. Nach dem Leitsatz “never go wheeling alone” haben wir uns dem San Antonio Jeep Club angeschlossen, der uns auch gleich ganz unkompliziert auf die Piste mitnahm. So ein Glück, dass in dieser Gruppe auch ausgezeichnete Spotter waren, denn so macht das Fahren mit Sicherheit gleich viel mehr Spaß. Außerdem hatten wir Olivers Arbeitskollegen zum Mitkommen eingeladen. Dieser hat seinen ziemlich neuen Jeep gleich mit ein paar handfesten Kratzern gelände-getauft. Aber zum Glück hat er Humor und vielleicht auch ein wenig so etwas in diese Richtung erwartet.

Der Kurs war diesmal um einiges herausfordernder als der “Newbie run” beim Polar Bear Run im Jänner, und ich war froh, dass Oliver diesen Teil übernommen hat. Am Nachmittag ging es dann recht gemütlich zu und da bin dann ich gefahren. Es war zwar wunderschönes Wetter, aber vor ein paar Tagen hat es geregnet und im Hidden Falls Adventure Park gibt es ein paar Mini-Bächlein, die ein herrliches Terrain ergeben. Erde + Wasser = viel Spaß und nachher einiges an Arbeit, um den Dreck wieder runter zu bekommen. Aber vorher sind wir wir noch eine Woche mit dieser Trophäe durch die Gegend gefahren.